Folgender Tatbestand steht fest. Über ihn muß es einen Bericht der Steuerfahndungsstelle beim Finanzamt für Prüfungsdienste in Hamburg geben, von etwa Anfang 1985.

Auf Vorschlag des damaligen Bundesbankpräsidenten Dr. Karl Klasen wandte sich Anfang 1966 der Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Prof. Dr. Herbert Weichmann, an den Vorstandsvorsitzenden der Firma Reemtsma, Rudolf Schlenker. Prof. Weichmann fragte Schlenker, ob Reemtsma der SPD finanzielle Hilfe gewähren könne, ausdrücklich im Zusammenhang mit dem "bevorstehenden Wahlkampf" (1966 wurde zur Hamburgischen Bürgerschaft gewählt).

Schlenker sagte zu. Über die Höhe würde gesprochen. Gezahlt werden sollte an eine gemeinnützige Organisation. Diese würde Reemtsma eine "Spendenbescheinigung" zustellen. Anmerkung: Es kann sich nur um eine Spendenbescheinigung zum Nachweis der steuerlichen Abzugsfähigkeit handeln. Prof. Weichmann versprach: Dr. Schulze (damals Staatsrat, heute Präsident des Rechnungshofs der Freien und Hansestadt Hamburg) werde das Konto der gemeinnützigen Gesellschaft der Firma Reemtsma übermitteln.

Reemtsma hat dann DM 100 000 an die (gemeinnützige, der SPD nahestehende) "Hamburger Heimverwaltung" überwiesen, die Reemtsma darüber einen Spendenbescheid gab.

Etwa zwei Jahre später hat die "Hamburger Heimverwaltung" wieder Reemtsma um eine Spende gebeten. Schlenker macht aber weitere Spenden von der Zustimmung von Prof. Weichmann abhängig.

Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft können Rudolf Schlenker nicht verantwortlich machen, weil die Tat (wäre sie denn eine) verjährt ist. Aber sie halten sich an die Nachfolger von Schlenker im Vorstand der Reemtsma GmbH & Co.

Anmerkung: Jeder Hamburger Bürger kennt Prof. Weichmann aus seinem jahrelangen Wirken als Bürgermeister (von 1965-1971), vorher (1957-1965) war Weichmann Finanzsenator. Natürlich kennen ihn auch der gegenwärtige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi und der Finanzsenator Horst Gobrecht. Von ihnen kann über die sich hier entwickelnde schwere Verletzung von Birgerrechten eine Stellungnahme erwartet werden: Hat sich Herbert Weichmann, ihr Vorgänger in Amt, strafbar gemacht und hat er Mitbürger zu strafbaren Handlungen angestiftet? Weichmann war ein besonders gewissenhafter, gesetzestreuer, aufrechter Mann; in schwersten Lebenserfahrungen durch Tapferkeit ausgezeichnet; nach dem Krieg (er war emigriert und hatte sich in den USA eine gute Position als Wirtschaftsprüfer geschaffen) aus Liebe zur Hansestadt zurückgekehrt.