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Wenn er dagegen in späteren Jahren, interniert in St. Elizabeths oder als alter Mann in Venedig vom Scheitern sprach, hatte es einen ganz anderen, endgültigen Sinn, kam es aus einer tiefen und unwiderrufbaren Resignation. Für Pound bedeutete Scheitern jetzt, daß es ihm in seinem Leben nicht gelungen war, sich verständlich zu machen; daß er in die Irre gegangen, falschen Spuren gefolgt war; daß sich ihm die wirklichen Zusammenhänge, die erhellenden Einsichten nur für Augenblicke gezeigt hätten und er sie verloren habe, ohne sie weitergeben zu können.

Dieses Eingeständnis des Scheiterns dürfen wir nicht mit einer Umkehr verwechseln. Pound hat nie widerrufen. Er starb nicht "bekehrt". Er hat in seinen späten Jahren keine neuen Einsichten gefunden – nur die alten in Frage gestellt. Er hat alles in Zweifel gezogen, sich selbst, die eigenen Ansichten, das eigene Werk. Nur an zwei Idealen hielt er unverbrüchlich bis zuletzt fest: daß es besser gewesen sei, gehandelt zu haben als nicht gehandelt zu haben:

Doch daß man tat, statt nicht zu tun

dies ist nicht Eitelkeit

Mit Anstand an die Tür gepocht zu haben

Daß ein Blunt sie öffne