Innerhalb Europas soll das Fliegen billiger werden. Darauf haben sich zumindest die westeuropäischen Fluggesellschaften geeinigt.

Bereits mit Einführung des nächsten Sommerflufplans am 1. April 1986 könnten in Westeuropa die Flugpreise purzeln. So jedenfalls wollen es die zwanzig im "Verband der europäischen Fluggesellschaften" (AEA) zusammengeschlossenen Airlines, zu denen auch die Deutsche Lufthansa zählt.

Ihr Vorschlag, zu den bisherigen normalen Linientarifen zwei weitere Tarifzonen einzuführen, dürfte im November auch die Zustimmung der dann tagenden Kommission der Weltluftfahrtorganisation IATA finden.

Die Einführung der neuen Tarifzonen, die den einzelnen Fluggesellschaften mehr Spielraum in der Preisgestaltung geben soll, ist trotzdem keineswegs mit der nordamerikanischen "deregulation", der völligen Tariffreiheit im Luftverkehr, zu vergleichen. Das AEA Modell sieht neben den Normaltarifen die beiden Zonen "Discount"- und "Deep Discount Tarif" vor.

Discount Flieger sollen dabei einen um 20 Prozent, Deep Discounter einen um 40 Prozent reduzierten Preis zahlen. Zusätzlich steht es den Fluggesellschaften frei, diese Richtwerte um bis zu jeweils 15 Prozent zu unter- oder überschreiten. Im allergünstigsten Falle könnte also der Deep Discount Tarif lediglich noch 45 Prozent des Normaltarifs betragen. Wie viele Plätze die Airlines den Billigfliegern zur Verfügung stellen wollen, entscheiden sie zukünftig selbst nach der jeweiligen Marktlage.

Allerdings werden auch die beiden neuen Sondertarife wie schon die bisherigen (Holiday oder Flieg & Spar) an bestimmte Buchungsbedingungen geknüpft werden.

Discount Flieger müssen beispielsweise immer einen Hin- und Rückflug buchen, wobei der Rückflug frühestens nach sechs Tagen und spätestens nach drei Monaten zu erfolgen hat. Deep DiscountTickets müssen zusätzlich mindestens 14 Tage vor Abflug gebucht und bezahlt werden.