Deutsche Nachkriegsgeschichte: "Im Frühjahr bestand die Bevölkerung Niedersachsens zu 30 Prozent aus Flüchtlingen aus dem Osten vollgestopften Züge in diesem Bahnhof. Die Menschen blieben manchmal nur ein paar Stunden—und manche für immer Sie nahmen Zuflucht in den überfüllten und tristen Lagern, die die beiden Photo graphen Wilhelm Hauschild und Otto Umbehr (als "Umbo" wurde er mit seinen experimentellen PhotoArbeiten in den zwanziger Jahren bekannt) 1947 48 rund um Hannover besucht und aufgenommen haben. Benthe, Buchholz, Empelde, Stöcken: Die Lager sind vergessen, höchstens "noch im Wortschatz von HeimatvertriebenenFunktionären zu finden. Wie es damals dort aussah, in welchem Elend und welcher Hoffnungslosigkeit der Neuanfang für viele Menschen begann, wie der Krieg und die Not die Gesichter der Kinder verändert haben, das kann man auf diesen Photographien sehen. Zeugnisse deutscher Nachkriegsgeschichte (Wilhelm Hauschild Otto Umbehr: "Im Flüchtlingslager", ausgewählt von Hans Christian Adam; Dirk Nishen Verlag in Kreuzberg, Berlin, 1985; Edition Photothek Band XII; 31 Seiten, 9 - DM). Die hier abgebildete Aufnahme zeigt ein Strohlager in Empelde, März 1947. Manuela Reichart