Daß die Junge Union mit den Grünen konspiriert, daß mittelständische Unternehmer zusammen mit Jungsozialisten und radikalen Umweltschützern protestieren, das kommt nicht alle Tage vor. An diesem Wochenende soll es dennoch soweit sein. Der Grund: die Politik der Bundesregierung in Sachen Verpackungsmüll. Rund tausend Gruppen aller Couleur wollen in mehreren hundert Orten der Bundesrepublik für ein Verbot oder zumindest eine Reduzierung der Wegwerfverpackungen in der Getränkeindustrie demonstrieren. Sogar der ehemalige FDP Innenminister Gerhart Baum hat seinen Auftritt versprochen, obwohl er damit in seiner Partei viel Kritik ernten wird. Mit Demonstrationszügen, Flugblattaktionen und mit Informationsständen vor Aldi Supermärkten wollen die Umweltschützer die Bundesregierung zu Taten drängen. Mit Erfolg? Die Gegenseite - Dosenhersteller und Stahlblechindustrie - sehen den Aktionen gelassen entgegen. Eigene Flugblattaktionen seien unter ihrer Würde, meint sogar ein Sprecher. Die Industrie hat wirksamere Methoden: Schließlich haben die Stahlfabrikanten längst bei Wirtschaftsminister Bangemann vorgesprochen und ihn gegen ein Pfand eingestimmt. Innenminister Friedrich Zimmermann mußte sich fügen. Was will man gegen eine solche Lobby noch mit artigen Aktionen auf den Marktplätzen ausrichten? iml