Deutsche Waffen sind auf dem Weltmarkt gefragt. Nach SaudiArabien will nun auch die Türkei deutsche Rüstungsgüter kaufen, und Spanien hofft auf einen im Panzerbau erfahrenen Partner.

Als der Bundestag letzte Woche die geplanten Waffenexporte nach Saudi Arabien diskutierte, schloß der SPD Abgeordnete Hans Ulrich Klose seine Rede mit einer für ihn "schrecklichen" Feststellung: "Kaum ein Spannungsgebiet, in das deutsche Firmen nicht Waffen lieferten, kaum ein militärischer Konflikt, bei dem nicht auch deutsche Waffen eingesetzt worden wären "

Zu diesem Zeitpunkt wußten weder Klose noch die anderen kritischen Redner im Bundestag, was tags darauf Schlagzeilen machte: ein deutsch türkisches Rüstungspaket, über dessen Umfang bisher nur spekuliert wird. Man spricht von einem Auftrag über sieben Milliarden Mark. Bonns Regierungsspreeher Friedhelm Ost versuchte gar nicht erst, die Gerüchte zu dementieren, obwohl das Geschäft noch alles andere als, perfekt ist. Das Auswärtige Amt in Bonn weiß bislang nicht einmal offiziell, was die Türken wirklich wollen. Denn offiziell gibt es auch die Wunschliste nicht, die Bundeskanzler Helmut Kohl von seiner Türkeireise im Juli nach Bonn mitgebracht haben soll.

Die türkische Botschaft in Bonn bestätigt nur "ein großes Interesse an dem deutschen Panzer Leopard II". Alle weiteren Fragen sollen in der zweiten Novembernälfte bei einem deutsch türkischen Gespräch auf Staatssekretärsebene geklärt werden. Hinsichtlich der Panzer ist der türkische Wunsch allerdings ziemlich konkret. Das türkische Militär beabsichtigt, drei Brigaden mit dem deutschen Leopard auszurüsten; rund 300 Panzer wären dafür notwendig. Da die Türkei ein Nato Land ist, kann das Geschäft ohne Probleme abgewickelt werden. Die Bonner Exportrestriktionen für Waffen aus deutschen Panzerschmieden haben noch nie für befreundete Nato Länder gegolten.

Doch die Türkei kann sich die "kostspieligen" Waffenkäufe nicht ohne weiteres leisten. Deshalb sollen Panzer wie auch andere bisher noch nicht genannte Rüstungsgüter im Rahmen der Bonner Nato Verpflichtungen als Ausrüstungsbeihilfe geliefert werden.

Mit den bescheidenen Etat Mitteln des Auswärtigen Amtes (1985:

54 Millionen Mark) lassen sich allerdings höchstens zwei Dutzend Leopard Panzer bezahlen, hingegen dreihundert Stück. Bei der Bundeswehr, Abteilung Heer, wird daher erwogen, eine bestimmte Anzahl gebrauchter Leo I Panzer zugunsten der Türkei auszumu1 nicht stern. Die Bundeswehr erhielte dafür Neufahrzeuge des Typs Leo II.