Die Börseneinführung der 330 Millionen Mark Bertelsmann Genußrechte steht vor der Tür. Die Papiere liegen zum überwiegenden Teil in Händen der Mitarbeiter des Unternehmens. Für das zurückliegende Geschäftsjahr sind sie mit einer Dividende von fünfzehn Prozent bedient worden. Für 198586 ist vermutlich mit der gleichen Ausschüttungshöhe zu rechnen. Die Genußscheine können von der Berteismann AG unter Einhaltung einer fünfjährigen Kündigungsfrist zum Nennwert zurückgezahlt werden. Falls das Unternehmen Genußkapital ausgibt und dabei ein Aufgeld erzielt, so ist dieses Aufgeld bei einer Kündigung des Kapitals ebenfalls zurückzuzahlen. Für den Finanzvorstand Hermann Hoffmann tendiert der BertelsmannGenußschein zu den Rentenwerten. Er kommt zu dem Schluß, daß bei dem heutigen Zinsniveau das Bertelsmann Genußrecht durch die Spekulation überbewertet ist. Im September lag der Kurs der BertelsmannBezugsrechte bei 250 Prozent.

Eine Rendite von 7 20 Prozent wirft die neue auf Mark lautende Anleihe der Lonrho Finance ab, die von der britischen Holding Lonrho verbürgt wird. Die Emission hat eine Laufzeit von sieben Jahren, ist mit einem Nominalzinssatz von 7 25 Prozent ausgestattet und wird zu 100 25 Prozent angeboten.

Es gibt eine deutliche Tendenz in der Rechtsprechung, den Verkäufer neuerrichteter Immobilien (Häuser, Eigentumswohnungen) fünf Jahre lang für Baumängel haften zu lassen, wie es dem Werkvertragsrecht entspricht. Nun wurde vielfach versucht, diese Fünfjahres Frist vertraglich durch Vereinbarung der VOB Gewährleistung (Verdingungsordnung für Bauleistungen) auf zwei Jahre zurückzuführen. Wie die Bayerische Landesbausparkasse mitteilt, hält der Bundesgerichtshof (BGH) eine derartige vertragliche Regelung für unzulässig. Der BGH führt aus, daß die vereinbarte Gewährleistungsregelung der VOB nur dann zulässig wäre, wenn die gesamte VOB - und nicht nur deren zweijährige Gewährleistungsregelung - Vertragsgrundlage wäre. Dies wäre aber nur dann der Fall, wenn die gesamte VOB ohne ins Gewicht fallende Einschränkungen übernommen würde; die bloße Übernahme der Gewährleistungsregelung reicht dafür nicht aus, so daß der Verkäufer für Mängel fünf Jahre Gewähr zu leisten hat.

In einer Eigentumswohnungsanlage waren Tiefgaragenstellplätze eingebaut. Es handelte sich um die vielfach üblichen Stockwerksgaragen, bei denen jeweils zwei Autos übereinanderstehen und die Senkbühne von einem Elektromotor angetrieben wird. Aufgrund mangelhafter Entwässerung fiel der Mechanismus laufend aus, die Stellplätze wurden unbenutzbar. Wie die Bayerische Landesbausparkasse (LBS) mitteilt, hat der Bundesgerichtshof (BGH) dem betroffenen Eigentümer einen Anspruch auf Schadensersatz wegen Nutzungsausfalls gegen den Verkäufer der Wohnungen und Garagen zugestanden. BGH, Urteil vom 10 10 1985 (VIIZR 29284).