DIE ZEIT

Reagans Rochade

Im Vorfeld des Genfer Gipfels verlegt sich Ronald Reagan jetzt darauf, alle aufgestauten Ost-West-Gegensätze in voller Breite aufzurollen.

Wenn der Erfolg zur Gefahr wird

Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben in der vergangenen Woche ihr Herbst-Gutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes für 1985 und 1986 vorgelegt.

Guter Vorsatz

In der nächsten Woche stehen wieder einmal Glaubwürdigkeit und Handlungsbereitschaft der Westeuropäer auf dem Prüfstand. Eureka soll definiert werden, jenes Stichwort, das seit dem Frühjahr die Phantasie der Regierungen beflügelt und den Bürgern bisher ein Rätsel geblieben ist.

Worte der Woche

"Im ganzen bleibt Europa mit seinem außenpolitischen Gewicht noch immer hinter dem zurück, was wir leisten könnten und im ureigensten Interesse auch leisten sollten.

Zeitspiegel

Der peruanische Präsident Alan García hat mit seinem neuen Stil – Saubermann, Eiserner Besen, Populist und Optimist – zwei wichtige Erfolge errungen.

Was die DDR-Bürger von Bonn verlangen: "Kühle Vernunft statt kalter Krieg"

Da streiten die Kontrahenten in Bonn um die Zukunft von Deutschland und die, um die es dabei unter anderem geht, wenn sie auch kaum mehr als die Rolle stummer Statisten spielen – die Bürger der DDR –, sie scheinen sich auf den ersten Bück herzlich wenig für das deutschlandpolitische Gerangel zu interessieren.

Wolfgang Ebert: Schwarzseher

In Moskau zeigt man sich entschlossen, Chruschtschows verwegene Wunschträume zu begraben, die Kapitalisten zu begraben. Das verleitet dazu, einen düsteren Blick auf Prophezeiung im allgemeinen und Unheilsprognosen im besonderen zu werfen.

Einkünfte der Abgeordneten: Muß rauskommen, was reinkommt?

Wenn es um Glas geht, wird es sich am Ende wohl nur um Milchglas handeln können. Je intensiver sich der Bundestag mit der Durchsichtigkeit der Abgeordneten-Einkünfte beschäftigt, desto deutlicher wird, wie vorschnell jene Äußerungen waren, die vor einem Jahr die "gläsernen Taschen" forderten.

Rundfunk-Staatsvertrag: Unter Umständen

Holger Börner ist vielen zwar zum Buh-Mann geworden, weil er seine Macht mit den Grünen teilen will. Andere stört, daß ihm die Dachlatten allzu locker in der Hand liegen.

Bundes-Archivgesetz: Was die Nachwelt wissen darf

Archive beschäftigen den Bundestag selten, noch seltener als Geschichte oder Kunst. Das "Gedächtnis des Staates", wie Novalis einmal formulierte, liegt meist außerhalb des Blickfeldes derer, die Politik machen und gerade deswegen die besten Aussichten haben, mit Schriften und Taten in einem Archiv zu überdauern.

Deutsche Welle: Rechter Vormarsch

Aber muß deswegen wirklich erlaubt sein, den Bock zum Gärtner zu machen? Die Kölner Deutsche Welle soll, laut Gesetz, "im Ausland ein umfassendes Bild des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland vermitteln" und die "deutsche Auffassung in wichtigen Fragen darstellen und erläutern".

Fast eine Art Idealzustand

Es tut mir ja leid für euch", so frozzelte FDP-Generalsekretär Haussmann, als er sich kürzlich mit einem CDU-Abgeordneten über die nicht gerade berauschenden Wahlergebnisse der Union unterhielt.

BONNER BÜHNE: Hessen im Visier

Bonner Erregungen: Das war diesmal wirklich eine Aktuelle Stunde, die den Namen verdiente. Splitter des Streits aus Hessen über die rotgrüne Koalition – der nun geklärt, nicht beendet ist – sind sodurch das Parlament geflogen, ging um die Drohung aus der Industrie, Hessen zu meiden oder Standorte zu verlagern, wenn es zu dem Bündnis Holger Börners mit Joschka Fischer und seinen Freunden kommt.

"Eine humanitäre Pflicht"

Ines Duarte, die Tochter des Präsidenten von El Salvador, wurde über sechs Wochen nach ihrer Entführung durch die Guerilla freigelassen – gemeinsam mit einer entführten Freundin und 38 regierungstreuen Kommunalbeamten.

Amerika: Aufmarsch vor dem Gipfel

Dem Bundeskanzler war wenig Schmeichelhaftes nach Amerika vorausgeeilt. Am gleichen Tag, an dem Kohl das Flugzeug nach New York bestieg, widmete sich die amerikanische Hauptstadt ausgiebig einem Artikel der Washington Post aus der Feder ihres Bonner Korrespondenten.

Tansania: Übergang

Ali Hassan Mwinyi, der neue Präsident des ostafrikanischen Staates, tritt ein überaus schweres Erbe an. Tansania ist im Ausland hoch verschuldet; die Produktivität der Landwirtschaft hält seit Jahren mit dem Wachstum der Bevölkerung (jährlich um die drei Prozent) nicht mehr Schritt; das Wirtschaftsprogramm des überzeugten Sozialisten Nyerere ist gescheitert.

Indien: Friedensführer

A ußergewöhnlich freundlich sei das Gespräch des indischen Premierministers Rajiv Gandhi mit Pakistans Staatschef. Zia ul-Haq verlaufen, hieß es nach der Begegnung am Rande der New Yorker UN-Vollversammlung.

"Die Schulden überlassen wir unseren Kindern"

In der einstigen Hauptstadt des Optimismus ist der Blues eingekehrt. Houston, die viertgrößte Metropole der Vereinigten Staaten, die noch in den siebziger Jahren fast eine Million Zuwanderer verbuchte, durchlebt die erste Rezession.

Wolken über Utopia

Der autoritäre Regierungsstil des Staatsgründers Lee Kuan Yew ist nicht mehr unumstritten

Terror in Argentinien: Preisgabe

Knapp zwei Wochen vor den Parlamentswahlen hat Präsident Raúl Alfonsín für sechzig Tage den Belagerungszustand über Argentinien verhängt.

Bhagwän in Haft: Ein Märtyrer?

Bhagwan Shree Rajneesh ist auf einem amerikanischen Provinzflughafen verhaftet worden. Mit den treuesten seiner Getreuen wollte er die Vereinigten Staaten verlassen und das seit der Flucht seiner Vertrauten Sheela erschütterte Refugium im Bundesstaat Oregon aufgeben.

Grünanlagen: Natürlich am Ball

Golfer sind auf dem Vormarsch: In den vergangenen vier Jahren wurden allein 20 neue Golfplätze angelegt. Derzeit tummeln sich rund 70 000 Anhänger dieser Sportart in 210 Vereinen und Klubs auf knapp 200 Plätzen.

Zuspruch

Leute, die Sprüche machen, taten das in früheren Zeiten für die Rückseite von Kalenderblättern. Monika Griefahn und Kerstin Eitner sind zu diesem alten Brauch zurückgekehrt.

Racheakt: Die mit der Haßkappe

Hamburg Das ist kein Einbruch, sondern eine Art von Meinungsäußerung!", kommentierte der Kriminalbeamte verschlafen die Szenerie: Eine unbekannte Gruppe hatte in der Nacht vom Montag auf Dienstag letzter Woche die Räume der Tageszeitung (taz) in Hamburg überfallen.

Denkmalschutz kontrovers: Fachwerk fürs Gefühl

Der Altvater schwäbischer Kunstgeschichte, Robert Gradmann, hält den dreistöckigen. Bau einer Erwähnung nicht für wert, obwohl der kunstsinnige Mann schon vor 50 Jahren "neben monumentalen Eindrücken auch intimere, idyllische" vermitteln wollte.

Unangenehmer Tausch

Die Gewerkschaften haben es zur Zeit schwer mit ihren Unternehmen – vor allem natürlich mit der Neuen Heimat. Seit die Machenschaften des früheren Spitzenmanagements bekannt wurden, vergeht kaum noch eine Woche, ohne daß der ehemalige Bau- und Wohnungsriese negativ in die Schlagzeilen kommt – mit alten Sünden oder neuen Taten, die die Öffentlichkeit und die Gewerkschaftsmitglieder erregen.

Angst vor Joschka?

Gespräch mit dem Industrie-Präsidenten über den Auszug der Unternehmer aus dem rot-grünen Hessen

Versicherungen: Mehr Freiheit

Der Bundesrat möchte die Rahmenbedingungen für institutionelle Anleger verbessern. Dies mit der offiziellen Begründung, auf diese Weise eine bessere Versorgung der Wirtschaft mit Eigen- und Risikokapital zu ermöglichen.

Bonner Kulisse

We nn es gegen die Grünen geht, dann fühlt sich so mancher Bonner Volksvertreter zu ungewöhnlicher Sprachphantasie angeregt.

Weg vom Kartell

Der Streit ist als "Sandwich-Krieg" in die Luftfahrtgeschichte eingegangen..................................................

Wehrtechnik: Ohne Akten

Ein Mann aus dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz sitzt seit einigen Wochen in U-Haft. Vom Verrat einer geheimen Studie über sowjetische Panzer ist die Rede, vor allem aber von Bestechung, weil der Mann amtsinterne Informationen an konkurrierende Rüstungsfirmen weitergegeben hat – gegen Entgelt wie sich versteht.

Großbritannien: Ein gefräßiger Zwerg

Ein unbekümmerter Mann aus Australien schockiert das alte Mutterland. John Elliott, Chef des australischen Konglomerats Eiders IXL, hat zu einer Übernahmeattacke auf den viermal so großen britischen Getränke- und Nahrungsmittelkonzern Allied-Lyons angesetzt.

Italien: Immer kommt etwas dazwischen

Schon seit langem werden Italiens Ministerpräsident Bettino Craxi und sein Kabinett vom Pech verfolgt. Immer dann, wenn sie ernsthaft an die Eindämmung des ins uferlose wachsenden Staatsdefizits herangehen wollen, kommt irgend etwas dazwischen.

Weder guter Stil, noch besonders klug

ZEIT: Die Freien Demokraten und Wirtschaftskreise in der CDU wollen die Neutralitätspflicht der Bundesanstalt für Arbeit im Streik neu definieren.

Privatfunk: Kontakte wieder gestört

Das Bundesland Hessen ist zum Buhmann der Nation geworden. So erregte nicht nur die Diskussion um die Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und Grünen so manches Gemüt, auch das Scheitern der Verhandlungen der Regierungschefs der elf Bundesländer über einen "Staatsvertrag zur Neuordnung des Rundfunk- und Fernsehwesens" in der vergangenen Woche in Saarbrücken wird den Hessen angelastet.

Einzelhandel: Ausverkauf bei Hertie

Das Weihnachtsgeschäft", so verkündete ein Sekretär der Gewerkschaft Handel, Banken, Versicherungen erbost, "werden wir dem Konzern gründlich versalzen.

MANAGER UND MÄRKTE

Jahrelang hat Hellmuth Buddenberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen BP, davon geschwärmt, wie unabhängig sein Unternehmen doch von der Muttergesellschaft in London sei.

LÄNDER IM VERGLEICH

Die Zeiten, in denen die Inflationsraten der führenden westlichen Industrieländer noch zweistellig waren, sind vorbei – vorerst jedenfalls.

ZEITRAFFER

Die deutschen Landwirte – unter ihnen besonders die kleinen Bauern – sollen zur Milderung ihrer angespannten finanziellen Lage weitere Steuererleichterungen erhalten.

Ein gewisses Opfer

Schmahl: Erster Grund: eine Geldpolitik, die schon einige Jahre dafür sorgt, daß von der monetären Seite die Voraussetzungen für Stabilität geschaffen sind.

Ende einer Legende

Das hat es seit dem Wahlsieg der Linken im Frühjahr 1981 nicht mehr gegeben: einen landesweiten Aktionstag der kommunistischen Gewerkschaft CGT (Confédération Générale du Travail), der mächtigsten Arbeitnehmerorganisation in Frankreich.

Umdenken fällt schwer

Der Übergang zu marktwirtschaftlicheren Methoden ist ein langwieriger Prozeß

Bank of America: Roßkur für die alte Dame

Kristin Lawson, Inhaberin von Diekman’s General Store in Tomales, ist sauer. In Tomales, einem Zweihundert-Seelen-Nest fünfzig Kilometer nördlich von San Francisco, wird die große Bank of America (BoA) ihre Zweigstelle schließen.

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