Es geht Schlag auf Schlag: Am vergangenen Sonnabend ist die Pressefreiheit in Südafrika noch weiter beschnitten worden. Fernsehfilme von Protestdemonstrationen dürfen nicht gedreht werden, und schreibende Journalisten dürfen nur mit Genehmigung des zuständigen Polizeioffiziers an Unruheherden auftauchen. Botha hat sich ferner der Polizei ausgeliefert, der er Straffreiheit für alle Vergehen garantiert hat, die sie in Wahrnehmung ihrer Pflichten begeht.

Der letzte Streich dieser Woche: Der Innenminister hat Allan Boesak, dem Präsidenten des Weltbundes reformierter Kirchen, den Paß wieder entzogen, der ihm tags zuvor vom Gericht zugesprochen worden war. Und kurz davor wurden sechs Führer der Cape Action League verhaftet. Die Führung der UDF (United Democratic Front) sitzt fast geschlossen hinter Gittern. Erstaunlich ist, daß es überhaupt noch Führer oppositioneller Gruppen gibt, die in Freiheit sind.

Man wundert sich, daß in südafrikanischen Gefängnissen immer noch Platz für neue Häftlinge ist – und in südafrikanischen Regierungshirnen immer noch Einfälle für neue, bornierte Repressionsmaßnahmen stecken. Dff