Innerhalb kurzer Zeit sind fünf britische Fonds aufgelegt worden, die überwiegend in deutschen Aktien anlegen sollen. „An den heimischen Börsen haben die Inländer das Heft aus der Hand gegeben. Die Ausländer bestimmen mit ihren Aktivitäten, wohin die Reise geht“, beschreibt die Börsen-Zeitung die Lage an den deutschen Aktienmärkten.

Tatsache ist, daß die Ausländer die in den deutschen Aktien liegenden Chancen besser genutzt haben als die Inländer. Nach der Bundesbankstatistik haben die deutschen Haushalte im ersten Halbjahr 1985 mehr als drei Milliarden Mark ihres Aktienbesitzes verkauft, eine Tendenz, die bis jetzt angehalten haben dürfte.

Nicht nur die privaten Anleger mißtrauten der „Wiedergeburt“ der Aktie. Viele Institutionen, insbesondere Versicherungen, gelten hinsichtlich der Aktie ebenfalls als „unterinvestiert“. Ein Blick auf die Vermögensanlagen der großen Versicherer zeigt, daß für sie – ebenso wie bei den privaten Sparern – festverzinsliche Anlagen wegen der berechenbaren Rendite absoluten Vorrang hatten.

Das hat dazu geführt, meine verehrten Leser, daß die Inländer die Chancen, die der Aktienmarkt während der nun schon länger als drei Jahre anhaltenden Superhausse geboten hat, nur ungenügend wahrgenommen haben. Erst in den letzten Monaten ist nach den Beobachtungen der Deutschen Bank das Interesse des privaten Publikums an Aktien und Aktienfondsanteilen gewachsen.

Von allen Fonds der zum Bereich der Deutschen Bank gehörenden DWS Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen hat ihr ältester und größter Aktienfonds im Geschäftsjahr 1984/85 (30. 9.) weitaus am besten abgeschnitten. Der Wert seiner Anteile stieg unter Berücksichtigung der letztjährigen Ausschüttung um 45,3 Prozent. Gleichzeitig betrugen die Rückflüsse durch Zertifikatrückgaben 246 Millionen Mark.

Der ständige Mittelabfluß hat die Finanzdispositionen erschwert. Um so anerkennenswerter ist der Anlageerfolg. Verkauft hat Investa, vorwiegend auf deutsche Aktien fixiert, Papiere mit überdurchschnittlichen Kurssteigerungen oder solche, bei denen aufgrund der prozentualen Anteile am Fondsvermögen Verkäufe wegen der gesetzlichen Anlagevorschriften geboten waren.

Wenn sich Investa etwa von Aktien der Deutschen Bank oder Siemens teilweise getrennt hat, dann sicherlich nicht wegen der Qualität dieser. Papiere, sondern einzig und allein wegen Überschreitung der Anlagegrundsätze. Völlig ausgeschieden sind im Berichtsjahr die Vorzugsaktien der Nordwestdeutschen Kraftwerke, die auf dem Wege sind, Veba-Aktien zu werden.