Jack Kemp, ernsthafter Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, und der demokratische Senator Bill Bradley haben auf ihrer privaten Währungskonferenz, zu der sie Fachleute aus aller Welt nach Washington eingeladen hatten, nicht nur Zustimmendes gehört. Vizepräsident Helmut Schlesinger von der Bundesbank gehörte zu denen, die die Illusionen der beiden Veranstalter zerstören halfen.

Beide haben Sehnsucht nach festen Wechselkursen seligen Angedenkens und möchten gerne Voraussetzungen schaffen, die eine Neuauflage des Festkurssystems erlauben, ob mit Goldbindung oder mit Bindung des Dollarkurses an einen Korb ausgewählter Rohstoffe. Es spricht für die Veranstalter, daß sie Persönlichkeiten zu Worte kommen ließen, die von solchen Ideen nichts halten.

Sie konnten den beiden Politikern nichts anderes sagen, als das, was die Finanzminister und Notenbankpräsidenten aus den zehn größten Industriestaaten und der Schweiz den Franzosen ins Stammbuch schrieben, die auch gerne von der Rückkehr zu festen Wechselkursen träumen: „Wir sind unverändert der Auffassung“, schrieben sie in ihren Bericht hinein, „daß eine Rückkehr zu einem allgemeinen System fester Wechselkurse gegenwärtig unrealistisch ist.“ Grund: Kapitalbewegungen gigantischen Ausmaßes.

Die Illusion der beiden Veranstalter hatte durch die September-Vereinbarungen der Fünfergruppe über Interventionen Auftrieb bekommen. Um sich und anderen Enttäuschungen zu ersparen, sollten sie sie so rasch wie möglich begraben. R. H.