Eine Verbesserung der Ertragslage verzeichnete die Deutsche Bundesbahn in diesem Jahr. Das Defizit des Staatsbetriebes verringerte sich auf 2,95 Milliarden Mark nach 3,12 Milliarden im Jahr 1984. Besonders positiv wirkten sich laut Vorstandsvorsitzenden Reiner Gohlke die Aktion Rosarotes Jahr sowie die Angebote Rail and Fly und Park and Rail aus.

Obwohl ein Ende der generellen Branchenkrise nicht in Sicht ist, waren die deutschen Werften die Gewinner des Jahres. Trotz des weltweit gesunkenen Auftragsvolumens sind die Orderbücher der meisten Werften bis Ende 1986 voll. In der Umsatz-Weltrangliste steht die deutsche Schiffbauindustrie mit einem Jahresumsatz von sechs Milliarden Mark hinter den führenden Schiffbaunationen Japan und Südkorea auf Platz Drei.

Weiter mit Vollgas fährt die bundesdeutsche Automobilindustrie. In den ersten elf Monaten 1985 rollten 3,89 Millionen Pkw und Kombi von den Fließbändern. Damit wurde das Vorjahresergebnis um elf Prozent übertroffen.

Das wirtschaftliche Wachstum der bundesdeutschen Wirtschaft setzte sich auch 1985 fort. Die Produktion von Gütern und Dienstleistungen erhöhte sich um real zweieinhalb Prozent.

Keine Auswirkung auf den Arbeitsmarkt zeigte bisher der fortgesetzte Konjunkturaufschwang. Trotz einer Zunahme der Beschäftigten um 200 000 Personen stieg die Zahl der Arbeitslosen auf einen Jahresdurchschnitt von 2,5 Millionen 1985 nach 2,26 Millionen im Vorjahr.

Die Bundesdeutschen wurden 1985 Vizeweltmeiter im lesen. Mit einer Summe von 42 Milliarden Mark gaben sie fast soviel für Auslandsreisen aus wie die Amerikaner und mehr als doppelt soviel wie die Briten und Franzosen. Damit gab es in der Reisebranche erstmals seit dem Konjunktureinbruch 1981/82 wieder kräftige Zuwächse. Beliebtestes Urlaubsland bleibt Österreich mit 25 Prozent aller Ausgaben, gefolgt von Italien (18 Prozent) und der Schweiz (9,2 Prozent).