Leukämie durch ein Krebs-Gen: Amerikanische Wissenschaftler haben zum ersten Mal im Detail beschrieben, wie aus zwei Genen im menschlichen Erbgut ein sogenanntes Krebs-(Onko-)Gen entsteht, das dann eine bestimmte Form der Leukämie auslöst. Die achtköpfige Forschergruppe um John Greffen von der Biotechnik-Firma "Oncogene Science" im Staat New York folgte, wie sie kürzlich im New England Journal of Medicine berichtete, einer auffälligen genetischen Spur: Patienten mit der tödlich verlaufenden Chronisch-mveloischen Leukämie (einer Entartung weißer Blutzellen), weisen stets das "Philadelphia-Chromosom" auf. Dieser ungewöhnliche Erbgut-Abschnitt entsteht durch eine Umlagerung eines Teils des Chromosoms Nr. 9 (gewöhnlich enthält jede menschliche Zelle 46 Chromosomen).

Wenn nun ein bestimmtes, kurz "abl" genanntes Krebs-Gen im Philadelphia-Chromosom versehentlich mit einem Abschnitt namens "bcr" des Chromosoms Nr. 22 in Berührung kommt, vereinigen sich beide Gene. Das kombinierte abl/bcr-Gen produziert einen eigenen Botenstoff, eine sogenannte messenger-RNA – und eben diesen Stoff konnten Greffen und seine Kollegen in den Zellen von fünf Patienten mit Chronisch-myeloischer Leukämie nachweisen. Nun suchen die Forscher nach dem Eiweißmolekül, das aus der abl/bcr-Erbinformation entstehen muß: Diese Eiweißsubstanz scheint die krebsige Entartung der weißen Blutzellen endgültig auszulösen. Sollte die Substanz gefunden werden, könnten Ärzte Patienten mit Chronisch-myeloischer Leukämie wahrscheinlich gezielt helfen.

Eisenerz vom Ries-Meteoriten? Ein umfangreiches Eisenerzvorkommen hat der Würzburger Geologiestudent Michael Appel bei Kartierungsarbeiten nahe der Ortschaft Tettenwang unweit von Riedenburg in Bayern entdeckt. Der Fund könnte auf eine erdgeschichtliche Katastrophe zurückgehen: Vor 14,7 Millionen Jahren hatten riesige Meteoritenbruchstücke zwei ausgedehnte Krater in Süddeutschland geschlagen – das Nördlinger Ries (knapp 25 Kilometer Durchmesser) und das Steinheimer Becken (rund 3,5 Kilometer weit). Einer Theorie des Würzburger Geologieprofessors Erwin Rütte zufolge schlugen damals weitere Meteoritenbruchstücke Krater in die Fränkische Alb, Südböhmen und Niederösterreich. Appels Eisenfund liegt etwa 85 Kilometer östlich des Nördlinger Ries und dehnt sich über rund 35 Hektar aus. In diesem Bereich enthält ein Zentner Kalkstein nach Schätzung des Studenten rund fünf Kilogramm Eisenerz. Offensichtlich haben die früheren Bewohner Tettenwangs das Erzlager schon gekannt, wie der Flurname "Eisengräh" – Eisengrube – sowie ehemalige Schmelzöfen und Schlackenreste nahelegen. Eisenbergbau ist vom 14. Jahrhundert an auch für zwei Nachbargemeinden urkundlich belegt. Vermutlich war das meteoritische Eisen beim Einschlag in flüssiger Form in das Kalkgestein gedrungen.

Edelgas Verbindung: Bei der Eröffnung des Hamburger Synchrotronstrahlungslabors ("Hasylab") am Beschleunigerzentrum Desy im Jahr 1981 wünschten die Festredner, das neue Labor möge sich von einem Parasiten zu einem starken Baum der Forschung verwandeln. Der Wunsch erfüllte sich. Jüngstes Beispiel: Wissenschaftler um Professor Georg Zimmerer konnten im Hasylab erstmals die chemische Verbindung Heliumhydrid nachweisen; sie berichteten darüber im Fachblatt Physical Review Letters. Helium gehört zu den Edelgasen, die nur unter extremen Bedingungen mit anderen Molekülen reagieren. Die Hamburger meisterten diese Schwierigkeiten in einer Spezialkammer des Hasvlabs. Dort beschossen die Forscher ein Gemiscn aus Helium und Wasserstoffgas mit einer geeigneten Synchrotronstrahlung (diese harte Röntgenstrahlung ist das "Abfallprodukt" eines Elektronenbeschleunigerrings). Dabei entstanden angeregte Wasserstoffmoleküle. Wenn eines dieser "scharf" gemachten Moleküle mit einem Heliumatom zusammenstößt, bildet sich für rund elf Millionstel Sekunden das Heliumhydrid. Die Verbindung existiert nur in ihrem angeregten Zustand, im Fachjargon "Excimer" genannt. Das "einfachste Molekül nach dem Wasserstoff" (Georg Zimmerer). könnte bei der Entwicklung neuartiger Laser wichtig werden.

Herzschmerzen, Sex und Kopfweh: Weil ihm das Nitrat-Hautpflaster auf der Brust zur Kontrolle seiner Herzschmerzen Kopfweh verursachte, trug ein Amerikaner das Pflaster auf einem Schenkel. Aus Neugierde rieb er, wie Ärzte im Fachblatt Annais of Internal Medicine berichten, mit dem Pflaster auch seinen Penis ein. Keine fünf Minuten später war er so erregt, daß er mit seiner Frau schlief. Die freilich bekam wenige Minuten später "die schlimmsten Kopfschmerzen ihres Lebens": die gefäßerweiternde Wirkung der Nitrate war abermals erwiesen.