Dienstgeil

Die Inflation ist gebremst, das (bleifreie) Benzin wurde sogar billiger, aber die Preise für Beleidigungen im Straßenverkehr bleiben 720 Mark Geldstrafe muß bezahlen, wer einem Autofahrer den Vogel zeigt. Das berichtet die Münchner Abendzeitung, die ein Zeichen auf dem Weg zum "Autofahrer-Gruß Nr. 1" sieht: einen Kreis, gebildet aus Daumen und Zeigefinger. Das Zeichen drücke nach richterlicher Einschätzung keineswegs Zustimmung aus, sondern bedeute schlicht "Arschloch" – macht runde tausend Mark. Die Abendzeitung hat eine vom ADAC zusammengestellte Liste veröffentlicht, der man die neuesten Tarife für Beleidigungen entnehmen kann und die leicht erregbare Autofahrer einsehen sollten, bevor sie andere Verkehrsteilnehmer beleidigen. Wer einen Autofahrer "Drecksack" schimpft, kommt mit 250 Mark Strafe noch glimpflich davon. Für einen "Stinkstiefel" muß man bereits 200 Mark drauflegen. Am teuersten ist, kaum überraschend, die Beleidigung von Polizisten, mit feinen Unterschieden allerdings bei männlichen und weiblichen Beamten. 3000 Mark kostet der "damische Bulle", 2000 Mark der "Raubritter". Besser, man läßt seine Wut erst mal im Bauch und fahndet nach einer Politesse – die kann man nämlich für läppische 200 Mark "dienstgeil" schmähen.

Tiergarten

Zupft Ihr Papagei die Federn? Hat Ihr Goldfisch weiße Pünktchen? Wird Ihr Gartenteich im Sommer immer trüb? Will Ihre Schildkröte plötzlich nicht mehr fressen, und spuckt Ihre Schlange das Futter immer wieder aus? Für solche Fälle gibt es jetzt die Rufnummer (0 61 51) 13 33 91, anzurufen donnerstags zwischen 15 Uhr und 16.30 Uhr. Da meldet sich die "Kostenlose 3-Minuten-Beratung in Fragen der Heimtierhaltung" des Darmstädter Tiergartens.

Wer mehr wissen möchte, dem sei die Darmstädter Zoo-Zeitschrift Vivarium ans Herz gelegt. Sie informiert über "Eingewöhnung, Haltung und Geburt der seltenen Krokodilschwanz-Höckerechsen" und zeigt uns ein Terrarium aus der Echsenperspektive. Auf Seite acht der jüngsten Ausgabe geht der Tierpfleger Paul Baier – hier ist er noch mal mit Schimpansin Susi zu sehen – nach 18jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Alle Hutaffen und Schopfmakaken trauern ihm nach. Sehr interessant ist auch die Lektüre des ausführlichen Teich-Ratgebers hinten im Heft, der da mit den Worten beginnt: "Ein Gartenteich ist zwar kein Heimtier, jedoch ..." Alles in allem: ein nützliches Blättchen.

Zombietag

Von Heidemann/Hitler hat sich der stern ja nie richtig erholt. Aber traurig ist es doch, Woche für Woche den Niedergang des Magazins zu verfolgen. Manchmal ist es auch mehr als traurig. Man lese: – "Entweder Sie beißen ihm den Penis ab, oder ich bringe Sie um!" "Bringen Sie mich um!" antwortete sie. "Ich mache mir nichts aus meinem Leben."