Es war fast eine Gala-Vorstellung, wie der neue Rechnungshof-Präsident Günter Zavelsberg und sein Vize Ernst Heuer ins Amt eingeführt wurden. Mit Zavelsberg, bisher Stellvertreter des in den Ruhestand verabschiedeten Präsidenten Karl Wittrock, ist der Chef der Frankfurter Behörde erstmals von Bundestag und Bundesrat gewählt. Für den neuen Mann bedeutet das nach eigener Versicherung "Ehre und Verpflichtung zugleich". Bisher bestimmte die Bundesregierung den Rechnungshof-Präsidenten.

Für einen pikanten Jux sorgte bei der Feier der stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Erich Riedl, der für die musikalische Untermalung zuständig war. Er ließ ausgerechnet das Musikkorps des Bundesgrenzschutzes nach Frankfurt in Marsch setzen. Dieses Korps hatten die Rechnungsprüfer vor ein paar Jahren zumindest teilweise für überflüssig gehalten.

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Wenn der Verlagsmann, Journalist und Selbstdarsteller Johannes Gross am 21. Februar den Ludwig-Erhard-Preis erhält, wird sich wohl mancher fragen, womit er sich die großzügig belohnten Verdienste um die soziale Marktwirtschaft erworben hat. Etwa mit der Herausgabe erfolgreicher Wirtschaftsmagazine? Oder lasen die Juroren aus der regelmäßigen Kolumne des Preisgekrönten im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ökonomisches heraus?

Auf manchen Leser dürfte das "Notizbuch Johannes Gross" eher so wirken, wie es der Meister höchstselbst in einer seiner jüngsten Maximen formuliert hat: "Eines der größten, liebsten Rechte, die eine hohe Stellung verleiht, ist dasjenige, seine Mitmenschen ohne Gefahr des Widerstands zu langweilen."

Arbeitsminister Norbert Blüm hat nicht nur Ärger mit den Gewerkschaften, er liegt nun auch noch mit seinem Personalrat im Clinch. Der Grund: Blüm machte seinen 31jährigen Intimus Petei Clever, Leiter des Ministerbüros, zum Abteilungsleiter (VII) Internationale Sozialpolitik. Clever, der nach B 6 wie ein Ministerialdirigent besoldet wird (gut 9000 Mark im Monat), dürfte damit eine der schnellsten Bonner Beamtenkarrieren gemacht haben. Frisch von der Uni diente Clever schon als Twen dem Oppositionspolitiker Blüm, danach dem Berliner Arbeitssenator Blüm als Berater. Der Personalrat des Arbeitsministeriums ließ Blüm per Brief schon sein Unverständnis wissen: "Mit Ihrer Entscheidung ist die Darstellung und Durchsetzung der internationalen Sozialpolitik des Arbeitsministeriums und Repräsentation in internationalen Gremien einem Abteilungsleiter übertragen, der über entsprechende Erfahrungen nicht verfügt. Dies scheint uns weder der Bedeutung von Führungspositionen im Arbeitsministerium noch der Wichtigkeit der Abteilung VII gerecht zu werden." Zui Blitzkarriere gehören seit kurzem auch zwei Aufsichtsratsposten bei Bundesunternehmen: bei der Salzgitter-Tochter Wilhelm Fette GmbH und bei der Lufthansa-Tochter Delvag-Rückversicherung.

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