Der Ski-Atlas, die voluminöse Co-Produktion von ADAC- und Main Geographischem Verlag, soll nach zwei Ausgaben gründlich überarbeitet werden. Eine Markt-Sondierung unter Skifahrern brachte den Buchmachern Kritik und Rat.

Als Neuling auf dem Buchmarkt wurde der „Große ADAC Ski Atlas 1985“ auf Anhieb 120 000mal verkauft. Die Ausgabe 1986 ist in etwas kleinerer Auflage erschienen; sie beträgt diesmal 100 000 statt 125 000 Stück – zu wenig, um langfristige Wirtschaftlichkeit zu garantieren.

Der Prachtband, in diesem Jahr 804 Seiten dick und fast zwei Kilogramm schwer, lastet denn auch seinen Schöpfern als rechter Sorgenbrocken auf der Seele. Abgesehen von der Frage nämlich, wie alljährlich aufs neue mindestens 130 000 Skifahrer zum Kauf des 39,80 Mark teuren Wintersportwerks zu animieren sind, gibt es mit dem noch jungen Objekt noch eine Fülle von Problemen. Von technischen Tücken, die eine vollständige Aktualisierung verhindern, über Bild-Beschaffungsschwierigkeiten bis hin zu groben Mängeln in der Textgestaltung reicht die Palette der Kinderkrankheiten des „ADAC Ski Atlas“.

Um herauszufinden, wie sich die Sportler ein brauchbares Buch wünschen, hat der ADAC jüngst eine kleine Marktsondierung in München, Frankfurt und Hamburg durchführen lassen. 180 Skifahrer, eingeteilt in Anfänger, mittlere und gute Läufer, taten kund, was ihnen am „ADAC Ski Atlas“ nicht gefällt. 16 Prozent der Anfänger und immerhin noch fast zehn Prozent der Könner vermißten laut Befragung eine Kennzeichnung der Pisten nach Schwierigkeitsgraden. 13 Prozent der schwachen, elf Prozent der mittleren und rund acht Prozent der guten Fahrer kritisierten, daß es keine Anfahrtskizzen zum Skiort gibt.

Auch die Informationen übers Apres-Ski-Vergnügen in Discos und Gasthöfen kamen nach Ansicht der Sportler zu kurz, 17,6 Prozent der Eleven und jeweils rund 15 Prozent der Fortgeschrittenen und der Super-Fahrer meckerten über den Mangel an einschlägigen Tips.

Nur in einem Punkt wichen die Wünsche von Anfängern und Fahrern der Spitzenklasse auffallend voneinander ab. Letztere mochten zu 22 Prozent besonders wichtige oder hervorragende Pisten detailliert beschrieben haben, erstere nur zu zehn Prozent.

Einer Meinung waren mehr als 25 Prozent aller Befragten im Hinblick auf die Quartier-Präsentation. Hotels und Pensionen, so meinten sie, sind im Ski-Atlas nicht hinreichend vertreten und sollten generell auf der jeweiligen Gebietsseite zu finden sein statt im Anhang. Das Begehren wirkt merkwürdig, wenn man einen Blick ins Konkurrenzprodukt wirft, in den „DSV-Atlas Ski Winter 1986“, der Anzeigen und Redaktionsbeiträge so willkürlich nebeneinanderpackt, daß ein verwirrender Bilderbrei entsteht.