Deutsche und türkische Jugendliche haben am vergangenen Wochenende in Hamburg zwei "Skinheads" überfallen und einen von ihnen durch Messerstiche schwer verletzt. Mitglieder der "Skinheads", einer neonazistisch beeinflußten und extrem ausländerfeindlichen Jugendgruppe (das Bild zeigt den Nacken eines "Skins"), hatten vor einem Monat in Hamburg den Türken Ramazan Avci erschlagen, woraufhin türkische Jugendliche "Rache" schworen. Bürgermeister Klaus von Dohnanyi wandte sich nach dem jüngsten Überfall mit einem Offenen Brief an die jungen Hamburger, in dem es heißt: "Ich bitte Sie alle, diese Kette der Gewalt abzureißen. Hamburg will Frieden. Ich weiß wohl: diese Vorfälle sind nicht typisch für das Zusammenleben der Deutschen und Türken. Es gibt viel Freundschaft und Kameradschaft ... Alle Deutschen und Türken können in Frieden in Hamburg miteinander leben, wenn sie es wollen. Bitte helfen Sie."

Die Organisationen der in der Hansestadt lebenden Türken haben sich von dem Angriff auf die "Skinheads" distanziert und erklärt: "Wir als Bündnis türkischer Vereine und Moscheen in Hamburg wenden uns entschieden gegen derartige Formen von Selbstjustiz bei der Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus ... Ausländerhaß kann nicht durch Gewalt beseitigt werden, sondern durch den Abbau der Arbeitslosigkeit, und die rechtliche, soziale und politische Gleichstellung von Ausländern und Deutschen." (Siehe auch Seite 63: "Warum sind alle gegen uns?") CS