Wenn am Samstag kommender Woche Halleys Komet der Sonne am nächsten kommt, wird er sich von uns aus betrachtet hinter ihr befinden, folglich nicht sichtbar sein. Gerade diese Position, das Perihelion, in einer Sonnenentfernung von sechs Zehnteln der Distanz Sonne-Erde ist für Astrophysiker besonders interessant. Die Hülle des Kometen, seine Koma, wird enorm an Volumen zunehmen, bis zur zwanzigfachen Größe des Schweifstern-Kerns, und die Gasausbrüche werden um vieles heftiger.

Aus den Maßen dieser Veränderungen müßten sich Schlüsse auf die Verteilung von Gas und Staub in der Hülle, auf die Lebensdauer der darin befindlichen Atome und auf deren Geschwindigkeiten ziehen lassen. Aber wer soll diese Daten registrieren?

Einer kann es, einer, der für diese spezielle Beobachtungsaufgabe gar nicht vorgesehen war, der Raumsondenveteran "Pioneer". Vor mehr als fünf Jahren ist er in eine Umlaufbahn der Venus geschossen worden, um den Abendstern auszuloten. Die Sonde eignet sich jetzt vorzüglich als Instrument der Kometenforschung. Sie ist gerade 43 Millionen Kilometer vom Halley-Kometen entfernt, wenn er sein Perihelion durchfliegt, und hat das ideale Meßgerät an Bord, einen UV-Lichtsensor. Im ultravioletten Licht ist die Koma besonders scharf auszumachen. Das Gerät wird mit der Hälfte des noch von Pioneer mitgeführten Treibstoffs so eingerichtet, daß die Sonde bei ihren Venus-Umrundungen den Kometen einen Monat lang vermessen kann. -ow