Geschwister zu haben, ist nicht immer einfach: Rücksicht nehmen, teilen, aufpassen, helfen. Geschwister zu sein, ist oft noch schwieriger: Sich anpassen und einpassen, sich unterordnen. Das bereitet Mühe, manchmal Frust, kostet Kraft.

Anregend-aufregend werden in –

Tilman Röhrig: „Tina, Tom und Florian“; Arena Verlag, Würzburg; 224 S., 24,80 DM

GeschwisterGeschwisterGeschwister-Geschichten erzählt. Tom muß immer auf seine kleine Schwester aufpassen. Beim Essen hat er Vorbild zu sein, zum Spielen muß er sie mitnehmen, im Kinderzimmer muß er sie beschäftigen. Wer hält das aus? „Aber was macht man nur, wenn die Wut den Kopf aufpustet wie einen Luftballon? Sie klopft unter den Haaren und rauscht in den Ohren.“

Tina als „Sandwich-Geschwister-Kind“ hat es besonders schwer. Sie fühlt sich immer dazwischen. Abends, wenn es ins Bett gehen soll, gehört sie zu den Kleinen, bei der Hausarbeit zu den Großen – und macht es doch nie recht. So bleibt ihr nur noch das Geheimversteck im Schrank. Damit hat sie sich ihren Frei-Raum geschaffen mit Taschenlampe, Gummibärchen und Limo. In der Not aber öffnet sie ihr Versteck für die beiden Geschwister. Durch Teilen verdreifacht sich die Gemeinsamkeit.

Florian – im dritten Teil der lebendigen Szenenfolge – sagt von sich: „Alle sind hier schon erwachsen, nur ich noch nicht.“ Jeder meint, Florian erziehen zu dürfen und zu müssen. „Alle sprechen mit Florian.“ Der aber schafft sich mit seiner Freundin Daniela eigene Erlebnisfelder.

Dieses Buch mit fröhlichen und nachdenklichen Episoden ist sicher anregende Aufregung für Kinder. Sprachlich macht es vom zweiten Lesejahr an keine Erlese-Mühe. Er werden Situationen miterlebbar gemacht, die dem Kind helfen können, sich selbst und mit anderen besser einzurichten.