Das deutliche Minus bei den inländischen Zulassungen vom vergangenen Jahr hat der Chef der Bayerischen Motoren Werke (BMW), Eberhard von Kuenheim, noch immer nicht überwunden. Allzu tief sitzt der Stachel verletzter Eitelkeit vor allem wohl deshalb, weil Erzrivale Daimler-Benz im selben Jahr ein strahlendes Zulassungsplus von über 17 Prozent schaffte, wie auch die ZEIT-Grafik oben zeigt.

Der unfreiwillige Rückgang auf dem Heimmarkt ist für den BMW-Boss nun Teil einer gewollten „Optimierung der Märkte“. Tatsächlich hat BMW im vergangenen Jahr 15 000 Wagen mehr in die Vereinigten Staaten geliefert, wo dank hohen Dollarkurses mehr Profit winkte als hierzulande. Möglich – oder besser nötig – wurde das aber dadurch, daß die deutschen BMW-Verkäufer weniger Erfolg als früher hatten.

Ziele des Selbstbetruges weisen auch die von BMW gerade herausgegebenen Zahlen für das abgelaufene Jahr auf. Da wird das Inlandsminus, das nach dem relativ objektiven Maß der Zulassungen 9,5 Prozent beträgt, mit einem Trick auf. 7,6 Prozent verkleinert: Die BMW-Statistiker nahmen als leicht beeinflußbare Meßlatte den Automobilabsatz, der auch reine Händlerkäufe enthält.

* Mit einem Markt, den es noch gar nicht gibt, mußte sich das Bundeskartellamt beschäftigen: mit dem Pay-TV, einem Kabel-Fernsehangebot, bei dem der Empfänger für jeden einzelnen Film zahlen muß. Als Anbieter (Start Ende 1986) hatten sich drei überaus potente Unternehmen in der Teleclub GmbH zusammengetan: Bertelsmann, der Springer-Verlag und der Film-Anbieter Taurus GmbH & Co. Die notwendige Fülle an aktuellen Filmen sollten allerdings illustre Gesellschafter aus USA und Großbritannien einbringen, darunter die Film-Giganten Twentieth Century Fox, Warner Brothers und Columbia Pictures.

Doch da sich die Medienkonzerne – die deutschen Firmen wollten zusammen 51 Prozent des Firmenkapitals halten, die Ausländer den Rest – noch rechtzeitig wieder trennten, konnte die Kartellbehörde jetzt leichten Herzens grünes Licht geben für Teleclub. Denn wenn Pay-TV im Schatten der öffentlichrechtlichen sowie der neuen privaten Fernsehanstalten überhaupt einmal zu einem Riesengeschäft werdensollte, dann gibt es – zumal im Ausland – genügend Anbieter, die für Wettbewerb sorgen können.

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Obwohl Mikrocomputer als immer besser und billiger angepriesen werden, bleiben viele Produzenten auf ihrer elektronischen Ware sitzen. Über eine Million Geräte stapeln sich nach Informationen der Fachzeitschrift Computerwoche in den Lagern der Zwischenhändler.