Der Sanierer der Schlepperfirma Fendt & Co in Marktoberdorf im Allgäu, Heinz Ahrens, wechselt zu einem anderen – größeren – Familienunternehmen: Er wird am 1. Juni Vorsitzender der Geschäftsführung der Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH in Ulm. Dort zieht sich die Familie aus der aktiven Leitung zurück. Ahrens war 1981 zu Fendt geholt worden, um dort in einer Krisensituation die Bosse aus der Familie abzulösen. Der auch politisch als SPD-Stadtrat in Memmingen engagierte Ahrens hat, den Umsatz von rund 460 auf 750 Millionen Mark hochgetrieben und Fendt in der deutschen Traktorenstatistik an die erste Rangstelle gepuscht. Ende März scheidet er nun, wie es heißt, „in bestem Einvernehmen“ aus. Ein neuer Mann wird noch gesucht.

*

Die Altölentsorgung ist – glaubt man der im niedersächsischen Dollbergen ansässigen Dr. Dr. Anton Maier AG – in Gefahr. Weil bei aus Altölen hergestellten Motorölen – sogenannten Zweitraffinaten – hohe PCB-Werte (PCB = polychlorierte Biphenyle) festgestellt worden sind, hat der mit Abstand größte deutsche Zweitraffineur Absatzschwierigkeiten. PCB stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Das Unternehmen beteuert allerdings, seine Produkte seien einwandfrei. Dennoch sei „der Absatz nicht ausreichend“. Deshalb wird in den Raffinierien Bochum, Herne und Hoheneggelsen sowie in der Hauptverwaltung in Dollbergen – vorerst bis zum 31. März – Kurzarbeit für 272 von 438 Mitarbeitern eingeführt.

Betroffen ist auch die Sammelorganisation des Unternehmens, die bundesweit mit 174 eigenen Fahrzeugen jährlich rund 100 000 Tonnen Altöl zusammenkam. Die Maier AG sieht sich nicht mehr in der Lage, ihre Sammeltätigkeit in Gebieten mit hohen Kosten so zügig durchzuführen wie bisher. Die Firma steht zwar weiter zu ihrer Entsorgungspflicht, kann aber nicht mehr garantieren, daß das Altöl immer auf Abruf abgeholt wird.

Wenn der Gesetzgeber keine verbindlichen Grenzwerte für den PCB-Gehalt festlege, werde sich die Situation „dramatisch zuspitzen“. Dann funktioniere die Entsorgung nicht mehr ordnungsgemäß, und es drohe die Gefahr, daß Altöl einfach in die Landschaft gekippt werde und das Wasser verseuche.

Probleme hat das Unternehmen aber nicht nur wegen der PCB-Diskussion. Auch die Preise stimmen nicht mehr, weil das Rohöl drastisch billiger geworden ist. Der Preis für Zweitraffinate orientiert sich am Rohölpreis.

Erika Martens