Was ausgefuchste Verfasser von Pressebotschaften mit höchster Dringlichkeit auf überquellende Redaktionstische lancieren, geht oft auf keine Kuhhaut und manchem Empfänger dieser hemmungslosen Papierflut ganz schön auf die Nerven. Offensichtlich ist nichts unmöglich und alles erlaubt. Vor allem im Bildungsbereich. Da steht – Zettel Nummer eins –, Frau Wilms aus Bonn freut sich über die vielen Abiturienten-Lehrlinge. Die Wirtschaft dankt es ihr. Die SPD ist – wieder schwarz auf weiß – dagegen. Ihr tritt – wir lesen das vierte Papier – ein gestandenes Forscherteam zur Seite und rät Unentschlossenen mit den Zahlen aus der Vergangenheit zur akademischen Zukunft: Alles Panikmache, die Sache mit der Akademikerarbeitslosigkeit – na, ja, die Lehrer, aber sonst geht es denen doch noch Gold.

Das glauben inzwischen auch die Universitäten, jedenfalls legt ihr diesbezüglicher Mitteilungseifer diese Vermutung nahe. Sie finden jeden neuen Studenten, den sie in ihren Mauern begrüßen können, ganz toll. Haben die uns also die ganze Zeit verkohlt? Und haben wir uns etwa geirrt, als wir nach Kräften mit ihnen litten und sie um die schwere Last ihrer hohen Studentenzahlen bedauerten?

Nein, kein Grund, uns mit späten Selbstvorwürfen zu belasten. Es ist, wie immer, ganz einfach: Die geburtenschwachen Jahrgänge werden langsam flügge, und da wird es für den hellhörig gewordenen Lobbyisten Zeit, sich um den Nachwuchs zu kümmern: „Kommt zu mir, ich bin der Größte...“

Die Wirtschaft braucht für ihre intelligenten Maschinen intelligente Lehrlinge, die Universitäten für ihre Professoren Studenten, die Gymnasien Gymnasiasten, die Realschulen Realschüler, die Hauptschulen..., aber die haben ja noch die Ausländerkinder. Alles klar? D. H.