DIE ZEIT

Spiel mit Hoffnung

Wenn Michail Gorbatschow schon vor fünf Jahren im Kreml das Sagen gehabt hätte, wäre es wohl nie zur westlichen Nachrüstung gekommen.

Vierzig Jahre DIE ZEIT

Diese Woche haben wir dem Blatt eine alte Ausgabe der ZEIT beigelegt – die allererste Nummer überhaupt, erschienen auf den Tag genau heute vor vierzig Jahren.

Schlammschlacht?

Helmut Kohl, der so gelassen Sitzende, könnte plötzlich straucheln. Der Kanzler sieht einem sorgfältig eingefädelten Ermittlungsverfahren entgegen.

Dänische Volksabstimmung: Die alte Wunde wieder aufgerissen

Auch beim Endspurt vor der Volksabstimmung am 27. Februar haben die Dänen ihre humorvolle Gelassenheit nicht verloren. Als sich am Abend des Tages, an dem neun der EG-Partner die Reformerklärung unterzeichneten, die beiden Vorkämpfer des Für und des Wider den Bürgern der Kleinstadt Gladsaxe bei Kopenhagen stellen, beginnt der eine erst einmal mit einem Scherz.

Worte der Woche

„Ich glaube, es ist wichtig, Gorbatschow wissen zu lassen, daß dieser Schritt der Anfang einer langen Entwicklung ist, die die Bedingungen für die Emigration und die Menschenrechte verbessert; eine solche Politik wird der Sowjetunion neue Chancen geben.

Zeitspiegel

Ein britischer Trompeter war Retter in höchster Not. Der „Iberia“-Flug Nummer 424 von Madrid nach Valencia sollte nach dreistündiger Verspätung starten.

Juan Carlos in Bonn: Ein Glücksfall für Spanien

Wenn diese Tage der spanische König zum dritten Mal Deutschland besucht, so lenkt sein Besuch den Blick zurück auf die fast zehn Jahre andauernde Amtsperiode dieses ungemein erfolgreichen Staatsoberhauptes.

Präsidentin Portugal: Sieg mit Fehlern

Nach sechzig Jahren hat Portugal wieder einen zivilen Präsidenten. Mit 150 000 Stimmen Vorsprung siegte am vergangenen Sonntag in einer Stichwahl der Sozialist Mario Soares über seinen konservativen Konkurrenten Diogo Freitas do Amaral.

Washingtons Reaktionen auf die Philippinen-Wahl: Sorge um die eigenen Stützpunkte

Wenn Präsident Reagan diese Woche die Insel Grenada besucht, wo er einen marxistischen Diktator aus dem Sattel werfen ließ, und sich dabei erinnert, vor zwei Wochen einen anderen Diktator in der Karibik, "Baby Doc" von Haiti, mit einer amerikanischen Militärmaschine ins Exil befördert zu haben, dann müßten seine Gedanken eigentlich sofort in den Pazifik enteilen: zu Ferdinand Marcos und den Philippinen.

Es geht auch ohne Generalstreik

Janßen: Nein, ein Fehler durchaus nicht. Ich sehe mich auch nicht als Einzelgänger. Ich hatte meinen Auftritt in Hagen abgesprochen mit meinem Vorsitzenden Hans Mayr.

Tschad: Wieder Kriegsgetrommel

Seit dem Sommer 1983, seit der letzten Runde des nun schon zwanzig Jahre dauernden Bürgerkriegs, ist der Tschad geteilt: Nördlich der „roten Linie“ am 16.

Golf-Krieg: Neuer Anlauf

Seitdem tobt in dieser Ecke des Arabischen Golfs erneut ein erbitterter Stellungskrieg. Die iranischen Truppen haben sich in den teils sumpfigen, teils sandigen Boden um die eroberte Küstenstadt eingegraben.

Grüne Harmonie in Hagen

Die Grünen haben am vergangenen Wochenende in Hagen ihre achte ordentliche Bundesversammlung beendet. Sie waren so fest entschlossen, sich nicht wieder zu streiten, daß ihnen beinahe Einigkeit gelungen wäre.

Vergnügen am Widerspruch

Konservative, deren Überzeugung sich nicht im Behagen am Status quo erschöpft, sondern Witz und intellektuelle Kraft hervorbringt, sind rare Vögel.

Wolfgang Ebert: Deutsche Fragen

Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland (BRD, in Westdeutschland)! Tragen Sie hier Ihren Namen ein. Besten Dank! Und jetzt füllen Sie bitte noch diesen Fragebogen aus.

Krach in Salem: Vor Sonnenuntergang?

Salem, das Internat am Bodensee, hat in seiner 65jährigen Geschichte schon manche tiefe Krise durchlitten, die hart an die wirtschaftliche oder moralische Existenz der Schule rührte – und noch jede überlebt.

Ungeliebte Nachbarn: Sie beten zuviel

Die kleine, eineinhalbjährige Fatime kneift beim Blitzlicht des Photographen erschrocken die Augen zu. Mit Blitz verbindet sie Donner – den Krach von Bomben und Granaten.

Wasserkanone: Mehr als eine Dusche

Rund 100 Demonstranten hatten am 4. Oktober 1982 das Haupttor der Baustelle des Zwischenlagers für abgebrannte nukleare Brennelemente für ein paar Stunden blockiert.

Zähneklappern an der Küste

Zumindest in einem Punkt ist Gerhard Stoltenberg, ansonsten ganz der sparsame Hausvater, ein untypischer Finanzminister: Erreichen den „Klaren aus dem Norden“ Hilferufe von der Küste, dann ist er schnell bereit, ins Staatssäckel zu greifen – sehr schnell sogar.

Öl muß teuer sein

Jenseits aller Schadenfreude über das Desaster des Opec-Ölkartells sind die beinahe täglichen Preissenkungen für Rohöl natürlich gute Nachrichten.

Bonner Kulisse

Keine Woche ohne neuen Einfall zum Thema „Beseitigung der Agrarüberschüsse“. Die neueste Alternative, die sich die Bundesregierung ausgedacht hat: Golfplätze statt Weizenfelder: Wolfgang von Geldern, Staatssekretär beim Bundesernährungsminister, hält das jedenfalls für eine positive Idee.

Luftverkehr: Streit um Privatisierung

Im Direktionsflügel der KLM in Amstelveen, einem Vorort der Hauptstadt, sind die Wände aus Glas. Glaubt man dem Sprecher der Fluggesellschaft, Rob Wunderink, spiegelt sich darin das Cockpit Crew Concept, die Cockpit-Organisation des Hauses, wider: „Wir kontrollieren uns gegenseitig.

Chemie: Zukunft am goldenen Faden

Der Gegenstand des Streits war technischtrocken und rechtlich kompliziert. Dennoch war Ronald Reagan intim vertraut damit. Ende Januar entschied der amerikanische Präsident, daß ein europäisches Chemieprodukt nicht in die Vereinigten Staaten eingeführt werden darf: die Kunstfaser Twaron des holländischen Herstellers Akzo.

MARKT-REPORT: Keine Einbahnstraße

Als am Dienstag dieser Woche die Kurse fast aller Standardaktien wieder spürbar zu steigen begannen, herrschte in den Börsensälen allgemeines Aufatmen.

MANAGER UND MÄRKTE

Allianz: Versicherte mucken auf SEL: Alarm aus Italien Supercomputer: Erstmals made in Germany

ZEITRAFFER

Milliardenbeträge werden die sinkenden Ölpreise in diesem Jahr bei den privaten Haushalten für den Konsum freimachen. Nach Ansicht der Deutschen Bundesbank ist die durch dauerhaft niedrige Benzin- und Heizölpreise erzielte Verbesserung der Realeinkommen der privaten Haushalte größer als die der Steuersenkung von schätzungsweise elf Milliarden Mark.

LÄNDER IM VERGLEICH

Ihren niedrigsten Stand seit 1968 erreichte 1985 die durchschnittliche Inflationsrate in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Steuer für die Industrie

ZEIT: Auf der Umweltministerkonferenz dieser Woche in Düsseldorf wollen Sie Ihren Kollegen die Einführung einer Steuer auf die Produktion von Chemikalien vorschlagen.

Rügen für den Minister

Die CDU von Rheinland-Pfalz, lastet ihrem Bonner Postminister eine drohende Pleite im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen an, wo Bundeskanzler Helmut Kohl beheimatet ist.

DDR-Wirtschaft: Es hätte schlimmer sein können

Als Werner Schuchardt aus dem sächsischen Zschorlau Ende letzten Jahres der Zeitschrift Eulenspiegel mitteilte, er sei auf einen Vorrat an Kohlenzangen gestoßen, erhielt er von Eisenach bis Warnemünde so viele Bestellungen, daß er dem Blatt in einem weiteren Brief mitteilen mußte, daß er „bald 75, alleinstehender Rentner und kein Versandhaus“ sei.

Kampf zwischen Alt und Neu

Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow macht mobil. Er verkündete Neuerungen für die Wirtschaft, und der Parteiführung verordnete er langfristige Programme.

Aus dritter Hand

Wenn ein Rolls-Royce Phantom VI an einem vorbeiflüstert, dann blickt man diesem Koloß auf Rädern noch immer respektvoll hinterher.

Retter aus dem Norden

Österreichs Staatsindustrie trat die Flucht nach vorn an: Die Voest-Alpine, der schwer angeschlagene Stahlkonzern mit rund 70 000 Beschäftigten, bekam ein neues Management.

Hubschrauber: Eine Schlappe für Europa

Endlich hat Harry J. Gray sein Ziel erreicht. Seit Jahren hatte der Vorsitzende des amerikanischen Konzerns United Technologies (UTC) für seine Hubschrauber-Firma Sikorsky einen europäischen Partner gesucht.

250 Völker – aber keine Nation

Schöpfergott, hilf uns, eine Nation zu werden“, heißt es in der Nationalhymne Nigerias. Denn Nigeria ist ein künstliches Gebilde, eine Schöpfung des Kolonialismus: 250 verschiedene Völker wurden von den Engländern mit der Gewalt ihrer Gewehre zusammengefügt.

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