DIE ZEIT

Teure Einsicht

Eine schadhafte Dichtung war höchstwahrscheinlich die Ursache der „Challenger“ -Katastrophe. Über den Tod der sieben Menschen spricht nach den Tagen der Trauer kaum noch jemand, steht doch jetzt ein nationaler Mythos auf dem Spiel.

Den Frieden denkbar werden lassen

Zum erstenmal seit langer Zeit ist vorsichtiger Optimismus gestattet. Wohl hat Michail Gorbatschow in seinem Eröffnungsreferat auf dem 27.

Nichts dran

In der Politik haben gerade die einfachen Worte einen gefährlichen Doppelsinn. Der Kanzler ist und bleibt unser Kanzler – das mögen die Amtsinhaber seit Ludwig Erhard nicht mehr gerne hören.

Ein Extremist

Heinrich Lummer, Innensenator und Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, läßt kaum eine Gelegenheit aus, seine finstere Gesinnung publik zu machen.

Ein Diktator geht

Der Zusammenbruch einer Diktatur ist nicht immer gleichbedeutend mit dem Aufbruch eines Volkes in die Demokratie. An Belegen für diese Binsenweisheit fehlt es nicht; sie reichen von Havanna bis Teheran.

Zeitspiegel

Deutsche Automobilexporteure verloren einen Geschäftspartner. Ernest Bennett, nach Korrespondentenberichten bislang wichtigster Importeur nobler Kraftfahrzeuge süddeutscher Provenienz nach Haiti, hat mit dem Sturz seines Schwiegersohns Jean-Claude Duvalier ausgespielt.

Wolfgang Ebert: Lange Leitung

„Ich weiß, wie es war. Ganz Deutschland weiß, wie es war. Dabei hatte ich Sie extra von Ihrem Ministeramt entbunden, um Sie zu entlasten, und trotzdem sind Sie immer noch überfordert.

BONNER BÜHNE: Feindbilder

In der Theorie war das buchstäblich bestechend plausibel: die Parteispenden des Flick-Konzerns womöglich von östlichen Geheimdiensten eingefädelt, um die Bonner Republik zu erschüttern.

Wohin mit dem Müll?

Keine Steuer zur Sanierung alter Sondermüll-Deponien, nur noch elf öffentlich zugängliche Deponien für giftige Abfälle – der Müll wird zum Problem.

Argentinien: Unbewältigter Terror

Über zwei Jahre sind vergangen, seit die argentinischen Militärs die Macht an den demokratisch gewählten Präsidenten Raul Alfonsin abtreten mußten.

Berlin: Langsames Aufräumen

Hans-Jochen Vogel, bislang letzter Regierender Bürgermeister sozialdemokratischer Couleur, hat seinem Nachfolger Eberhard Diepgen einen Brief geschrieben: Er möge doch angesichts der Antes-Affäre Platz machen für einen Berliner Senat, „der aus Personen gebildet wird, die mit den fraglichen Vorgängen keinerlei Berührung gehabt haben“.

Nach Arafats Abfuhr durch König Hussein: Ende einer Affäre

Es gab den historischen Friedensschluß von Camp David zwischen Israel und Ägypten – inzwischen steht er nur noch auf dem Papier; aber irgendwann einmal in naher Zukunft wird aus dem gegenwärtigen „kalten Frieden“ wieder ein Normalzustand werden.

Eifel: Ein Narr sucht Asyl

Ettringen in der Eifel hat 2500 Einwohner. Einer von ihnen ist schwarz. Die Ettringer kauften dem Mann aus Ghana eine rotweiße Gardisten-Uniform, und lehrten ihn, der nur ein paar Brocken Deutsch spricht, „Ettringen alaaf!“ von der Bütt in den Saal zu schmettern.

Niedersachsen: Der Herzog von Oldenburg

Für Schlagzeilen war Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gerhard Glup schon immer gut. Daß es längst nicht immer die politischen Amtsgeschäfte waren, die ihn als einen der dienstältesten Minister in der CDU-Landesregierung von Ernst Albrecht ins Gespräch brachten, wurde bislang in seiner Partei mit einer Mischung aus Spott und Nachsicht registriert.

Unterwasserkonzert: Waltag in Frankfurts Nordpazifik

Am Sonntag war Waltag im Stadtbad Mitte: Jim Nollman, der seit neun Jahren gemeinsam mit freilebenden Tieren musiziert, hatte Aufnahmen von Jam Sessions für Gitarre und Wale aus Kanada nach Frankfurt gebracht.

Die Revolution von Manila

Mit Beiträgen von Erwin Brunner, Karl-Heinz Janßen, Joachim Riedl und Michael Schwelien

Die Bastion der Weltmacht Amerika

Sie sind auf einem der besten Posten, den die Luftwaffe zu vergeben hat“, heißt es in einem Prospekt für neu angekommene Soldaten: Clark Air Base, Hauptquartier der amerikanischen 13.

Warten auf den Kaufrausch

Fast klingt es wie ein böser Witz, doch es ist längst Realität: Drei ehemalige Manager des Massensortimenters Metro sollen den Warenhauskonzern retten, zu dem Deutschlands feinste Konsumtempel gehören: das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe), die Hertie-Häuser an der Frankfurter Zeil und an Münchens Bahnhofsplatz sowie das Hamburger Alsterhaus.

Bonner Kulisse

Regierungssprecher Friedhelm Ost hat nur die halbe Wahrheit mitgeteilt, als er im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Bundeskanzler Helmut Kohl erklärte, "es ist vom Bundeskanzler nicht daran gedacht, die Staatskasse etwa in Form einer Prozeßkostenhilfe in Anspruch zu nehmen.

VW/Seat: Abenteuer

Alles ist klar – der spanische König Juan Carlos I. mußte Wolfsburg nicht von seinem Deutschland-Besuchsprogramm streichen. Am vergangenen Freitag segnete auch der Aufsichtsrat von Volkswagen die unterschriftsreifen Verträge ab, die Vorstandschef Carl H.

Wolfgang Hoffmann:: Wasserpfennig gegen Bauerngift?

Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth hatte die Nase wieder einmal vorn. Derweil in Bonn noch über die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes zur Vermeidung weiterer Umweltschäden beraten wird, hat er schon weit vorausgegriffen.

Mindestrente: Zu gut

Daß der Vorschlag im Vorwahljahr viele Freunde finden wird, steht außer Frage: Berlins Sozialsenator Ulf Fink, ohne Zweifel einer der kreativsten Sozialpolitiker im Lande, möchte den Rentnern mit allzu geringen Einkünften ein Mindestruhegeld von 800 Mark garantieren.

Zinseinkünfte: Unverständlich

Das Problem ist bekannt: Ein großer Teil der Zinseinkünfte wird in der Bundesrepublik von den Empfängern nicht versteuert, der Fiskus sieht der Mogelei ungerührt zu.

Ölpreise: Das Spiel ist aus

Mr. Petroleum neigt nicht zu Übertreibungen. Seit drei Jahrzehnten führt James Nasmyth penibel Buch über das tägliche Geschehen auf den Erdölmärkten zwischen London und Houston, New York, Rotterdam und Tokio.

Paragraph 116: Plädoyer für mehr Beweglichkeit

Er ist zweifellos der prominenteste jener elf Sachverständigen, die in dieser Woche vom Ausschuß für Arbeit und Sozialordnung des Bundestages zum öffentlichen Hearing gebeten waren: Ernst Benda, der frühere Präsident dies Bundesverfassungsgerichts, Mitglied der CDU und einst Bundesinnenminister unter dem CDU-Kanzler Kurt Georg Kiesinger.

Vereinigte Staaten: Lorenzo ist nun der Größte

Seinen Platz in der Geschichte der Weltraumfahrt hat sich Frank Borman gesichert. Die ganze Welt hörte dem Kommandanten der Raumkapsel zu, als er bei der Umkreisung des Mondes am Weihnachtsabend aus der Bibel vorlas.

Fluggesellschaften: Ein ganz normales Geschäft

Da ist von „Schieflage im Devisengeschäft“ die Rede, von „Verlusten“ in Höhe von zwei- bis dreihundert Millionen Mark. Und der CSU-Bundestagsabgeordnete Dionys Jobst, Verkehrsexperte aus Bayern, forderte auch gleich den Kopf von Heinz Ruhnau, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG: „Das ist skandalös, solche Geschäfte sind nicht in Ordnung; sie waren zu dem Zeitpunkt falsch.

Währungspolitik: Grünes Licht für die Kunstwährung

Dem „sehr geehrten Herrn Stoltenberg“ legte Wirtschaftsminister Martin Bangemann unlängst einen Wunsch ans Herz. Er halte jetzt den Zeitpunkt für gekommen, schrieb er an den Kollegen Finanzminister, daß die deutsche Regierung ein Signal gebe.

BANK UND BÖRSE: Zeichen stehen auf Hausse

Die deutschen Börsen starteten furios ins neue Jahr. Nicht nur das Ausland schien aufgebrochen, die letzten teutonischen Aktien zu kaufen, auch große und kleine Inlandskunden gaben ihre Abstinenz auf.

MARKT-REPORT: Zinssenkung intakt

Die „harte“ Landung des Dollar hinterläßt bei den deutschen Aktien ihre Spuren. Angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise in einigen lateinamerikanischen Ländern und den Ölförderstaaten haben selbst die Börsianer die Freude am Zusammenbruch des Rohölpreises verloren.

Die Chefin geht

Grete Schickedanz zieht sich aus dem Alltagsgeschäft des Versandhauses Quelle zurück

BERLINER BÜHNE

Mit einer Kopie für den Chef der Neuen Heimat, Diether Hoffmann, schickte die niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel am Dienstag dieser Woche einen dreiseitigen Brief an den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Ernst Breit.

AUTOSELLER

Das Autojahr 1986 beginnt mit gewaltigen Zuwachsraten – jedenfalls für die meisten Hersteller. Der französische PSA-Konzern (Peugeot und Citroën), Ford und Toyota schließen dabei mit einem Plus von mehr als fünfzig Prozent den Vogel ab.

Genug Zeit zum Einkauf

ZEIT: Herr Steinborn, Bundeswirtschaftsminister Bangemann will die Ladenschlußzeiten liberalisieren. In einem ersten Schritt sollen in Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern an Verkehrsknotenpunkten bestimmte Geschäfte bestimmte Sortimente bis 22 Uhr verkaufen dürfen.

ZEITRAFFER

Einen um 3,2 Prozent auf 345,7 Milliarden Steinkohleeinheiten gestiegenen Primärenergieverbrauch meldete die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke für das Jahr 1985.

Rezept gegen Armut

Die Weltbank soll im Rah-men des Baker-Plans Wirtschaftsprogramme für die verschuldeten Entwicklungsländer entwerfen

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