Fadenscheiniger hätte die Absage des Deutschen Gewerkschaftsbundes kaum ausfallen können. Er habe mit dem grünen Fraktionsvorstand diskutieren wollen, nicht aber mit einer Delegation, in der auch drei „Wegrücker“ und eine grüne Fachfrau sitzen. Und dies fiel dem DGB so spät auf und ein, daß er brüskierend kurzfristig auf das Gespräch verzichtete.

Als das IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans Janßen vor zwei Wochen auf der Bundesversammlung der Grünen sprach, wagten einige zu hoffen, die Eiszeit zwischen der Gewerkschaft und der neuen Partei gehe dem Ende zu. Weit gefehlt. Zu unfreundlich war das Echo aus der oberen Etage des DGB, zu deutlich wurde die Furcht laut, einen Wahl-Konkurrenten der Sozialdemokratie aufzuwerten – nur weil er im Streit um den Streikparagraphen 116 des Arbeitsförderungsgesetzes an der Seite der Gewerkschaften steht.

Nach der Wahl 1983 bangten die Gegner der Grünen um die Würde des Parlaments, sollten deren Abgeordnete den Bundestag krawattenlos betreten. Das Hohe Haus hat es überlebt, hat Vorrücker und Nachrücker überstanden und allen zugehört. Wie schön, daß sich wenigstens der Gewerkschaftsbund päpstlicher als der Papst aufführt. H. B.