Im uruguayischen Seebad Punta del Este verständigten sich die acht Außenminister der Contadora- und der sogenannten Unterstützungsgruppe darauf, eine zivile Verhütungs- und Überwachungskommission einzurichten.

Etwa Hundert Mann sollen an der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica stationiert werden, um Zwischenfälle zu verhindern. Die Contadora-Regierungen wollen Kanada und Europa auffordern, sich an der Aktion zu beteiligen.

Möglich wurde die Einigung durch ein Entspannung zwischen beiden Staaten. Costa Rica und Nicaragua haben wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. Daß damit freilich nicht alle Probleme ausgeräumt sind, beweisen die Schwierigkeiten der Lateinamerikaner in Punta del Este, sich auf die Modalitäten zu einigen. Das soll erst bei einem weiteren Treffen Mitte März geschehen.

Nicaraguas Präsident hatte sich indes mehr erhofft. Managua ist alarmiert, weil in Honduras neue Manöver mit amerikanischer Beteiligung begonnen haben und ein sechster Militärflugplatz gebaut wird. Präsident Reagan empfing die Führer der Contra in Washington; er möchte die Rebellen mit 100 Millionen Dollar (auch für Waffen) unterstützen. Außenminister Shultz erklärte, die Lage in Nicaragua sei mit der auf den Philippinen kurz vor dem Ende Marcos zu vergleichen – für Ortega sind das Zeichen, daß die Vereinigten Staaten ihren Druck verstärken wollen.

Weniger erfolgreich verließen die Wirtschafts- und Finanzminister der fünf Staaten des Cartagena-Kontrollausschusses das Seebad. Es gelang ihnen nicht, in der Schuldenfrage einen Konsens zu finden, bi