Landwirtschaft

/ Von Heinz Georg Wolf

Clevere Manager der Viehzentrale Südwest haben sich eine neue Variante einfallen lassen, um die Mehrwertsteuerkasse klingeln zu lassen“, berichtete kürzlich das Bauernblatt. Diese Monatszeitung gibt die Arbeitsgemeinschaft Bäuerlicher Landwirtschaft heraus, ein Zusammenschluß, der nichts mit der offiziellen Standesvertretung, dem Deutschen Bauernverband, zu tun hat.

Der Autor des Beitrages in der „Zeitung von Bauern für Bauern“, Martin Schäfer in Neuenstein bei Schwäbisch-Hall, hält dreißig Sauen. Sie werfen im Jahr etwa 600 Ferkel. Die füttert Schäfer, bis sie an die dreißig Kilogramm auf die Waage bringen. Dann verkauft er seine Ferkel über einen Viehhändler an Mäster, bei denen sie in vier Monaten zu hundert Kilogramm schweren Schlachtschweinen heranreifen. Das ist der übliche Verlauf eines Schweinelebens vom Koben der Sau bis ins Schlachthaus.

Die „neue Variante“ der Viehzentrale Südwest in Schwäbisch-Hall bereichert das Schweineleben um eine Handelsstufe. Die Ferkel werden schon mit zehn Kilogramm Gewicht, wenn sie eben gerade von der Sau abgesetzt sind, aus den heimischen Ställen herausgekauft und zu je Tausend bei Zwischenmästern aufgestellt. Mit etwa dreißig Kilogramm Gewicht werden sie von der Viehzentrale wieder zurück- und an Endmäster weiterverkauft.

Die zusätzliche Handelsstufe, so wird jeder in Wandel und Handel erfahrene Kaufmann vermuten, muß das Produkt Schlachtschwein eigentlich verteuern. Welchen Sinn also macht das Schweinetreiben?