Mit der Durchführung ihrer Kapitalerhöhung und der Plazierung der Optionsanleihe – beides erfordert zusammen mehr als eine Milliarde Mark – scheint die Dresdner Bank keine Schwierigkeiten zu bekommen. Pünktlich mit Beginn des Bezugsrechthandels gab es auf den deutschen Aktienmärkten eine neue Kaufwelle, an der wiederum Ausländer maßgeblich beteiligt waren.

Animiert wurden sie zum Kauf deutscher Papiere (auch Anleihen) durch die unter ein Prozent gerutschte Geldentwertungsrate. Sie läßt auf kurze und längere Sicht die Mark als „Aufwertungswährung“ erscheinen, zum anderen spielt auch die Erwartung auf weitere Zinssenkungen eine Rolle.

Das kommt besonders den Bankaktien zugute. Die jungen Papiere der Commerzbank, die während des Bezugsrechthandels nicht untergebracht werden konnten, weil die alten Commerzbank-Aktien unter dem Emissionspreis der jungen gehandelt wurden, stiegen inzwischen auf 300 Mark, den Ausgabepreis.

Daß die deutschen Banken für 1985 mit Rekordergebnissen aufwarten werden, deutet der jetzt veröffentliche Abschluß der Vereins- und Westbank an. Das Betriebsergebnis nahm um mehr als 55 Prozent zu. Die Aktionäre werden daran nicht nur mit einer um zwei auf zwölf Mark angehobenen Ausschüttung beteiligt, sondern auch über eine Kapitalerhöhung zu kulanten Bedingungen. Der Ausgabekurs wurde nämlich auf „nur“ 200 Mark festgesetzt – bei einem Aktienkurs von 460 Mark. K. W.