Die Idee ist gar nicht so schlecht. Denn immerhin bleibt der große Preisschock aus, wenn man schon vorher im Restaurantführer gelesen hat, daß der halbe Hummer „Thermidor“ 36 Mark kostet. Hauptmerkmal der Reihe Restaurant Lexikon: Es werden Auszüge aus Speisekarten abgedruckt.

Münchener Restaurant Lexikon 85/86; Südpress Verlag München; 560 Seiten, 240 Restaurants, 9,80 Mark.

Hamburger Restaurant Lexikon 85/86; 480 Seiten, 200 Restaurants, 9,80 Mark.

Berliner Restaurant Führer 85/86; 480 Seiten, 200 Restaurants, 9,80 Mark.

Düsseldorfer Restaurant Führer 85/86; 480 Seiten, 200 Restaurants, 9,80 Mark.

Nach der Lexikon-Lektüre weiß der Leser, ob ihn Kohlrouladen oder Seezungenfilets in Champagner erwarten. Er weiß, wie viele Plätze das Lokal hat, wie man es mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, er kennt Öffnungszeiten und Ruhetag und ist auch darüber informiert, ob er mit Kreditkarte oder Euroscheck bezahlen kann. Daß auf den ersten Seiten des Lexikons die Restaurants nach Stadtteilen aufgelistet sind, nach der Art ihrer Küche, daß man erfährt, wo man noch nach 23 Uhr etwas zu essen bekommt, ist eine praktische Hilfe. Darin liegen auch die Vorteile dieser Reihe, deren Neuauflage für den Frühsommer angekündigt ist. Daß man ein paar Lokale vergeblich sucht, auch von den bekannteren, ist die Crux fast jeden Restaurantführers. Daß man dafür aber im Münchner Lexikon bereits zwei Lokale erwähnt, die zum Zeitpunkt des Drucks noch gar nicht eröffnet waren (was allerdings auch korrekt angemerkt ist), ist schlichtweg überflüssig und ärgerlich.

Ein paar Schlampereien fehlen auch nicht. Die „Kuhkoppelbrücke“ sei keine bekannte Adresse in Hamburg. Was wunder, es gibt sie nicht. Sie heißt Krugkoppelbrücke.