ZEIT: CDU und CSU haben am Montag ihr agrarpolitisches Konzept vorgelegt. Ist dies künftig auch das agrarpolitische Konzept des CDU-Abgeordneten Heereman?

Heereman: Das von Ihnen angesprochene agrarpolitische Konzept der Unionsparteien wurde von einer Agrarkommission unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Albrecht ausgearbeitet. Ich begrüße die grundsätzlichen Gedanken, die in diesem Papier zur Agrarpolitik enthalten sind. ZEIT: Ende Januar forderte der Deutsche Bauernverband, die Getreideüberschüsse dadurch abzubauen, daß Getreide dem Tierfutter beigemischt werden muß. Ebenso (aus Getreide gewonnenes) Bioethanol dem Benzin. Die CDU sprach sich jetzt gegen jeden Zwang aus. Halten Sie an Ihrer Forderung fest?

Heereman: Der Deutsche Bauernverband hat sich dafür ausgesprochen, durch ein Bündel von Maßnahmen des Mehrabsatzes und der Produktionseinschränkung den Getreidemarkt zu entlasten. Wir sind auch vom Grundsatz her nicht an Zwangsmaßnahmen interessiert. Wir ziehen Anreize vor. Nur – es muß endlich gehandelt werden.

ZEIT: Ihre Partei scheint sich mit der Vorstellung abzufinden, daß die Erzeugerpreise in nächster Zeit nicht mehr steigen. Werden Sie das hinnehmen?

Heereman: Die Unionsparteien betonen, daß die Preispolitik unverändert Schwerpunkt der Agrarpolitik bleiben muß. Sie halten an der Agrarpolitik als Grundlage landwirtschaftlicher Einkommenspolitik fest. Alle Äußerungen, auch von Landwirtschaftsminister Kiechle, lassen erkennen, daß auch die Bundesregierung eine Politik des Einfrierens der Preise nicht akzeptiert. Wir werden im Deutschen Bauernverband, und das hat das Präsidium am 4. März erneut bestätigt, ein Stillhalten bei den Preisen nicht hinnehmen.

ZEIT: Auch dem Brüsseler Vorschlag, die großen Getreideerzeuger einer Abgabe zu unterwerfen, also praktisch die Preise zu senken, widersprechen CDU und CSU nicht ausdrücklich. Wie steht der Bauernverband dazu?

Heereman: Der Deutsche Bauernverband lehnt die Mitverantwortungsabgabe ohne konkrete Preiserhöhungen rundweg ab. Durch den Vorschlag der EG-Kommission sollen die Getreidepreise für alle Getreideerzeuger gesenkt werden – nicht nur für die großen Getreideerzeuger.