DIE ZEIT

Neue Etappe

Die Nachzügler haben zugestimmt, die europäischen Reformen sind unterschrieben. Nachdem das Volk der Dänen sein Ja-Wort gegeben, die italienische und griechische Regierung ihre Bedenken zurückgestellt haben, können die nationalen Parlamente der EG-Länder nun die Erweiterung der Römischen Verträge ratifizieren.

Brüskiert

Fadenscheiniger hätte die Absage des Deutschen Gewerkschaftsbundes kaum ausfallen können. Er habe mit dem grünen Fraktionsvorstand diskutieren wollen, nicht aber mit einer Delegation, in der auch drei „Wegrücker“ und eine grüne Fachfrau sitzen.

Tükkisch

Deutschland, so hatte es einmal Gustav Heinemann gesagt, ist eines der schwierigsten Vaterländer. Auch hartgesottene Patrioten werden nicht widersprechen, wenn sie an die vielfältigen Tücken ihrer Muttersprache denken, die vor allem dann zutage treten, wenn sie sich derselben in der Schriftform bedienen sollen.

Friede ist nirgends

Die tödlichen Schüsse auf Olof Palme künden eine traurige Wahrheit: Es gibt keine Insel der Seligen mehr. Die Kugel von Dallas, die John F.

Fehlstart ins Jahr der Entscheidung

In der Bonner Regierungskoalition breitet sich seit dem vergangenen Sonntag Nervosität aus. Unter normalen Umständen regen sich Bundespolitiker über Gemeindewahlen kaum auf.

Zeitspiegel

Der Stadtrat von Westminster, dem Borough im Herzen Londons, sucht Außenstände einzutreiben. In einem Brief an den Oberst Muammar al-Ghaddafi, Tripolis, mahnt der Stadtbezirk die Zahlung von 200 000 Pfund Sterling (ungefähr 640 000 Mark) an: Grundstückssteuern für drei Immobilien, die dem libyschen Staat gehören.

Worte der Woche

„Es wäre verhängnisvoll, jetzt in jedem jungen Deutschen, der sich eine Lederjacke anzieht und seine Haare färbt oder rasiert, einen angehenden kriminellen Gewalttäter zu sehen.

Gutachterstreit um den Streik-Paragraphen: „Das ist eine unglaubliche Anmaßung“

Niemand weiß genau, was ich sage. Aber jedermann weiß, daß es falsch ist.“ Mit solchem Sarkasmus charakterisiert Ernst Benda die Reaktion auf die ersten Meldungen, daß er ein Gutachten über den umkämpften Paragraphen 116 des Arbeitsförderungsgesetzes schreiben wird – das CDU-Mitglied Benda für das Arbeitsministerium des SPD-regierten Landes Nordrhein-Westfalen.

„Akt der Wiedergutmachung“

Eine Militärrevolte zwang Diktator Ferdinand Marcos zur Flucht ins amerikanische Exil. An der Spitze der meuternden Soldaten standen Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile und der stellvertretende Generalstabschef Fidel Ramos.

Sowjetischer Parteitag: Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

Die Partei-Elite hinter sich, die revolutionären und staatlichen Würdenträger aus über hundert Ländern und aus fast ebenso vielen sowjetischen Ministerien vor sich, beschwor der Erste Gebietssekretär von Omsk die Historie.

Nordirland: Die Saat der Gewalt

Zu einem friedlichen Generalstreik von 24 Stunden gegen das britisch-irische Nordirland-Abkommen hatten die protestantischen Politiker in Belfast aufgerufen.

BONNER BUHNE: Nach dem Blackout

Black is out, blackout is beautiful. .. Die Grünen drucken es auf Bierdeckel, die CSU witzelt, Blackout ist das Wort der Stunde.

Mord in Nablus

Trauer um Safer al-Masri bekundeten Israelis und Jordanier, die Bürger von Nablus und die PLO-Führung. Eine Annäherung der Vertragsparteien einer möglichen Friedenslösung ist nach dem Mord an dem Bürgermeister noch unwahrscheinlicher geworden als zuvor.

Contadora: Überwachung

Im uruguayischen Seebad Punta del Este verständigten sich die acht Außenminister der Contadora- und der sogenannten Unterstützungsgruppe darauf, eine zivile Verhütungs- und Überwachungskommission einzurichten.

Wandel durch Wettbewerb?

Trotz aller Unterschiede erkennen beide Seiten die Pflicht zur Friedenssicherung an

Wolfgang Ebert: Der Nächste bitte

Weil der Umgang mit Diktatoren seit dem Sturz der Herren Marcos und Baby Doc für die Regierungen der freien Welt problematischer geworden ist und Bonn justament im April der Besuch des koreanischen Staatschefs Chon ins Haus steht, ließ das Auswärtige Amt vorsorglich allen Botschaften einen Fragenkatalog zur unverzüglichen Beantwortung zustellen.

Flick-Prozeß: Der Kronzeuge dankt ab

Es könnte sein, daß die Wende im Bonner Bestechungsprozeß gegen den ehemaligen Flick-Generalbevollmächtigten Eberhard von Brauchitsch und die beiden früheren Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs und Otto Graf Lambsdorff demnächst auf den 45.

Urteil: Kein Sport mit Gott

Die liberalitas Bavariae, deren Beschwörung zum Standardrepertoire bayerischer Rhetorik gehört, scheint es punktuell tatsächlich zu geben.

Gerangel: Auf die Plätze...

Wenn Lothar Späth, Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, an die Bundestagswahl vom 25. Januar nächsten Jahres denkt, fallen ihm offiziell nur Worte wie „Zuversicht“ und „Gelassenheit“ ein.

Lehrer-"Streik": Kein Frieden in der Schule

Zu erzählen ist eine Geschichte über Gewissen und Gedächtnis. Über Berliner Lehrer, die im Oktober 1983 ihren Unterricht für eine halbe Stunde unterbrachen, um so vor dem "in West und Ost vorangetriebenen atomaren Wahnsinn" zu warnen.

DDR-Deponie Schönberg: Müll statt Marzipan

Weil das Fernsehen dabei war, fiel die Kontrolle am Grenzübergang Schlutup ungewöhnlich gründlich aus: „Na, was bringen wir denn heute?“ erkundigte sich leutselig ein Zollbeamter, und lüftete ein wenig die Plane des vollbeladenen Lastwagens.

Mord im Land des Friedens

Von Erwin Brunner aus Stockholm, ergänzende Berichte über Attentate und Hintergründe von Karl-Heinz Janßen, Joachim Riedl und Michael Schwelien

Ein Ideologe der Vernunft

Olof Palme war ein streitbarer Mann. Ein wenig fühlte er sich immer wie der heilige St. Georg, der gegen den Drachen der Unvernunft kämpft.

Kühl, offen, Weltbürger

Wer ist Olof Palme?“ Damals, vor fast genau zwanzig Jahren, schien die Frage berechtigt, die ein Hamburger Fernsehredakteur an mich, den frischgebackenen Skandinavien-Korrespondenten der ARD in Stockholm, stellte.

Kein Führerbefehl zum Mord?

Eine Debatte spaltet seit einigen Jahren die Zeithistoriker in zwei Lager, ausgelöst durch die Geschichtsklitterungen David Irvings, der in seinem 1977 erschienenen Buch „Hitlers War“ behauptet hat, Adolf Hitler habe den Massenmord der europäischen Juden weder befohlen noch gewollt.

Schwindel mit Umweltautos

Es ist die liebste Beschäftigung jedes Politikers, eigene Erfolge zu verkünden. Aber nicht jeder Politiker geht dabei so weit wie Umweltminister Friedrich Zimmermann.

Kein schwerer Fall

Konjunktur für Kaffeesatzleser: Wo wird der Fall des Dollars enden, lautet die Frage, und jedes Orakel findet Gehör, wenn es nur hilft, die unruhigen Zeiten für Devisenhändler und Finanzchefs internationaler Unternehmen erträglicher zu machen.

Bonner Kulisse

Über Fortschritte bei der Privatisierung von Bundesbeteiligungen muß Finanzminister Gerhard Stoltenberg laut Kabinettsbeschluß vom 26.

Erika Martens:: Zeit zum Nachdenken

Die Schlappe von Schleswig-Holstein kommt zur rechten Zeit. Ihre schweren Verluste bei den Kommunalwahlen im nördlichsten Bundesland haben Union und Freie Demokraten in Bonn zum Nachdenken veranlaßt.

Management: Die Last der Größe

Die Versicherung der neuen Herren, er bleibe im Amt, hielt nicht einmal fünf Monate: Am vergangenen Donnerstag schrieb Klaus Kuhn, Aufsichtsratsvorsitzender der AEG, seinen neunzehn Kollegen im obersten Kontrollorgan, einen Abschiedsbrief.

BANK UND BÖRSE: Qualität im Visier

Das Klima in den deutschen Börsensälen ist wieder freundlicher. Der Schwächeanfall des Dollars, der letztlich für die rückläufigen Aktienkurse verantwortlich war, verliert zunehmend seinen Einfluß auf die Stimmung der Börsianer.

MARKT-REPORT: Dresdner ohne Probleme

Mit der Durchführung ihrer Kapitalerhöhung und der Plazierung der Optionsanleihe – beides erfordert zusammen mehr als eine Milliarde Mark – scheint die Dresdner Bank keine Schwierigkeiten zu bekommen.

Glücklicher Abschluß

Heereman: Das von Ihnen angesprochene agrarpolitische Konzept der Unionsparteien wurde von einer Agrarkommission unter dem Vorsitz von Ministerpräsident Albrecht ausgearbeitet.

MANAGER UND MÄRKTE

Norbert Henke, Vorstandsvorsitzender des Bremer Vulkan-Werften-Verbundes, hat alle Hände voll zu tun, um sich des Klatsches um sein Unternehmen zu erwehren.

AKTIENSELLER

Im Februar ist der Umsatz an den deutschen Aktienbörsen gegenüber dem Vormonat deutlich zurückgegangen. Einmal mehr zeigt sich daran, daß die Optionstermine im Januar, April, Juli und Oktober für gewaltige Umsätze sorgen.

ZEITRAFFER

Überschüsse in der Handels- und Leistungsbilanz der Bundesrepublik meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Gegenüber dem Vormonat sank jedoch im Januar das Plus in der Handelsbilanz von 7,9 auf 6,9 Milliarden Mark, in der Leistungsbilanz sogar von 6,9 auf 3,5 Milliarden.

Der Steuertrick beim Schweinetreiben

Clevere Manager der Viehzentrale Südwest haben sich eine neue Variante einfallen lassen, um die Mehrwertsteuerkasse klingeln zu lassen“, berichtete kürzlich das Bauernblatt.

Italien: Der Coup von "König Carlo"

Wo Carlo De Benedetti mitmischt, da bleibt guter Gewinn hängen. Der italienische Finanzjongleur, Präsident und zweitgrößter Aktionär des Informatikkonzerns Olivetti, gehört heute zu den reichsten Männern Italiens.

Wirtschaftswissenschaft: Abstieg einer Theorie

Was für die Freudianer der Sex, ist für die puristischen Monetaristen die Geldmenge, nämlich Erklärungsgrund für alles.“ Dieser Satz machte in akademischen Zirkeln die Runde, seit der Monetarismus in den siebziger und beginnenden achtziger Jahren die praktische Politik erobert hat.

Öko-Tickets: Fahren für die Umwelt

Der Mitarbeiter des Hamburger Verkehrsverbundes (HW) glaubte nicht richtig zu hören. In den frühen Morgenstunden verkündete jüngst der Norddeutsche Rundfunk seinen Frühkurier-Hörern eine besonders frohe Botschaft.

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