Cluburlaub hat sich in Deutschland vom Außenseiter zum Marktrenner entwickelt. Erfinder Club Méditerranée will davon zukünftig verstärkt profitieren.

Das vom Club Méditerranée gesteckte Ziel, bis Mitte der achtziger Jahre rund 100 000 Gäste für diese Urlaubsidee zu gewinnen, wurde locker erreicht. 1985 entschieden sich bereits nahezu 230 000 Bundesbürger dafür, Ferien in einem Klub zu machen. Allerdings, das betonte Gilbert Trigano, oberster Direktor des Club Medioberster in Paris, jüngst noch einmal, mußten sich diesen Erfolg mehrere Anbieter teilen. Dabei zog allein Konkurrent Robinson, die Clubtochter der TUI und der Steigenberger Hotelgesellschaft, im deutschsprachigen Raum über 100 000 Kunden an. Bei uns mußte sich „Le Club“, wie die Franzosen sagen, im vergangenen Jahr mit etwa 42 000 Buchungen zufriedengeben, immerhin aber wieder eine Steigerung von rund 15 Prozent nach zwei, drei mageren Jahren.

Konkurrenz belebe auch das Geschäft, zog sich Gilbert Trigano recht diplomatisch aus der Affäre. Trotzdem muß diese Konkurrenz wohl auch recht schmerzhaft sein, zumal sich Robinson mit seinen momentanen Erfolgen nicht zufriedengibt, weiter expandiert, seine Aktivitäten auch zunehmend ins Ausland verlagert und dabei selbst vor Frankreich nicht haltmacht. So kommt es, daß inzwischen der Erfinder beim Mitbewerber die Erfolgsgeheimnisse genau studiert hat. Mehr Anpassung an die verschiedenen internationalen Märkte, heißt seitdem beim Club Méditerranée die Formel der Zukunft. In der Bundesrepublik wurde diese Wende spätestens mit Dienstantritt des neuen Deutschland-Geschäftsführers Roger Mojon eingeleitet.

Seitdem gibt sich Le Club bei uns wie verwandelt. Die Nebensaisonpreise wurden teilweise erheblich gesenkt, mehr Kinderrabatte wurden eingeführt, preiswerte Bus-, Bahn- und Kurzreisen angeboten.

Der neue Sommerkatalog der Franzosen ist nicht nur äußerlich verändert. Nationalitätenkennzeichen bei jeder Anlage zeigen beispielsweise, welche Sprache dort gesprochen wird. Im Sommer 1986 wird es wieder zwei vorwiegend deutschsprachige Clubdörfer geben: auf der griechischen Insel Kos und, Jasmina in Marokko. In weiteren 17 internationalen Dörfern wird sowohl Englisch und Französisch als auch Deutsch verstanden. Und damit sich die Urlauber auch tatsächlich wie zu Hause fühlen können, sucht der Club momentan deutsches Personal. Bis Ende April werden rund 800 deutsche Animateure eingestellt. Willi Bremkes