Die Nachzügler haben zugestimmt, die europäischen Reformen sind unterschrieben. Nachdem das Volk der Dänen sein Ja-Wort gegeben, die italienische und griechische Regierung ihre Bedenken zurückgestellt haben, können die nationalen Parlamente der EG-Länder nun die Erweiterung der Römischen Verträge ratifizieren. Das wird Zeit verlangen, vielleicht ein Jahr. Aber die „neue Etappe“ (Kommissionspräsident Delors) der Gemeinschaft ist eingeläutet.

Das europäische Dutzend hat den lange umstrittenen Fortschritt Verhalten begleitet. Weder Feiern noch Fanfaren waren bei der Unterzeichnung der Reformakte gefragt. Europa ist nüchterner geworden. Die künftigen Veränderungen im Entscheidungsablauf, Mehrheitsvoten im Ministerrat und mehr Mitspracherechte des Straßburger Parlamentes, laden auch nicht zu Jubel ein. Sie werden von allen Mitgliedern Konzessionen und Opfer fordern.

Die neuen Prozeduren verbürgen noch kein schnelleres und wirksameres Handeln der Gemeinschaft. Hinzu kommen muß der Wille aller Beteiligten zu mehr Einigkeit. Er ist, wie das zurückhaltende Plazet der Dänen für die Reformen beweist, nicht überall deutlich ausgeprägt. Ein Europa im D-Zug-Tempo ist demnach auch künftig kaum zu erwarten. Wohl aber eines, das nicht mehr so oft auf der Stelle tritt. D. B.