In weniger als zwanzig Jahren werden Hotelgäste, so will es die amerikanische Holiday-Inn-Kette, im „Room of the Future“ übernachten lassen.

Den Geschäftsreisenden von übermorgen hat der größte Hotelkonzern der Welt bereits heute im Visier, im 21. Jahrhundert gilt es schließlich, der jetzt noch in den Kinderschuhen steckenden Computer-Generation mit technischen Höchstleistungen zu imponieren. Wie deren Ansprüche aussehen, hat das Unternehmen aus einschlägigen Marketinguntersuchungen erfahren und sich nun, im Rahmen eines Designer-Wettbewerbs, das Zimmer für das Jahr 2001 kreieren lassen.

Damit jene, die übermorgen nicht mehr dabeisein können, so richtig neidisch werden, hat man im „Holiday Inn“ in Livingston/New Jersey bereits eine Reihe von Zimmern des Projekts „Room 2001“ fertiggestellt, zum Besichtigen und auch zum Bewohnen.

Geweckt wird der Gast dort nun nicht mehr mit einem schlichten Telephonklingeln, sondern mit selbstprogrammiertem Weckruf über Funk, Fernsehen oder mit Streichorchester-Musik. Auf geht’s ins Bad, aber nicht etwa nur zum Duschen und Zähneputzen. Fürderhin ist es möglich, dort zu saunieren, im Whirlpool zu entspannen, mittels UV-Sonne zu bräunen und sich die neuesten Nachrichten über einen Bildschirm bis hinter den Duschvorhang liefern zu lassen. Das Wasser aus der Brause fließt – versteht sich – elektronisch gesteuert. Wer im Krieg der Knöpfe noch eine Hand frei hat, kann aus dem Bad schnell noch den Morgenkaffee ordern, telephonisch über ein Schallwellengerät. Wenn’s geliefert wird, meldet das ein Licht-Ton-Signal. Nach dem Frühstück wird gearbeitet, das bleibt auch 2001 so: Das Hotelzimmer wurde zu diesem Zweck gleich als Konferenzraum hergerichtet. Sechs bis acht Personen finden Platz und können über den Großbildschirm mit weiteren Verhandlungspartnern Kontakt aufnehmen. Selbstverständliches Zimmeraccessoire ist auch ein Personalcomputer. Wird ein Bier gewünscht, betätigt man den infrarotgesteuerten Zapfhahn an der Mini-Bar. Übrigens: Eventuelle Alkoholdünste lassen sich bestens mit einem „dezenten Raum-Deodorant“ vertreiben, welches per Knopfdruck und Fernbedienung versprüht wird. Hoffentlich aktiviert das nicht das ins multifunktionale Telephon integrierte Brandmeldesystem. Brigitte Wolter