ZDF, Sonntag, 2. März: „Die Knoffhoff-Show, Unbekanntes – Interessantes“, vorgestellt von Joachim Bublath und Ramona Leiß

Am frühen Sonntagabend, sollte man denken, wird der deutsche Fernsehzuschauer in die Schwarzwaldklinik eingeliefert, auf einen „Tatort“ vorbereitet, erheitert man ihn mit Sport und „Bonner Perspektiven“. Wahr ist: vor dem „Tatort“ muß er nachsitzen. Unterhaltende Physik, erlebte Biologie: das sind die Fächer. Schlangen und Wechselspannung, schwingende Membranen und Bonsaibäumchen. Es ist unmöglich, von der „Knoff-hoff-Show“ nicht gefesselt zu sein.

Angenommen, es ginge mir darum, zwei Eier eine schiefe Ebene hinunterrollen zu lassen, ein rohes und ein gekochtes. Der Gedanke ist schwer vorstellbar, aber die Frage bleibt: welches ist schneller? Wer „Knoff-hoff“ sieht, weiß es.

Die Preisfrage dieser Sendung lautete: Mitten auf einem See sitzen wir auf einem Segelboot bei Windstille. Ein Motor steht nicht mehr zur Verfügung. Wenn wir alle in die Segel blasen, bewegt sich das Boot dann vorwärts? Möglicherweise handelt es sich bei diesem Problemfall um eine Anfrage der Bundesregierung. Die Lösung folgt in der nächsten Sendung.

Als hätten wir uns nicht schon genug amüsiert, kam auch noch Walter Sedlmayr, Berufsbayer und Kleinbürgerdarsteller, als Stargast. Er führte sein Lieblineskunststück vor. Weil er im Werbefilme schon seit Zeiten immer sein „Gut, besser, Paulaner“ aufsagt, handelte auch sein Zaubertrick von Bier. Ich weiß nicht mehr wie, auf einmal war es im Glas, „alkoholfreies Starkbier“. Ihm zur Seite gesellte sich ein Mann, der ernsthaft von sich behauptete, sein Hobby seien „Problemlösungen“. Er hatte in einen Bierkrug ein Sichtfenster eingebaut, damit er nachprüfen kann, ob gut eingeschenkt ist. „Erfinden’s halt einen Glaskrug“, sagte Walter Sedlmayr. Er schien dem Irrsinn dieser ganzen Sendung schon auf die Schliche gekommen.

In meinen Notizen findet sich noch folgender Satz aus der Moderation: „Auch Schlangen brauchen ihre Streicheleinheiten.“ Mit „Knoff-hoff“ in den frühen Tod, gewußt wie. Helmut Schödel