Bücher über das klassische Reiseland Italien gibt es wie Sand am Meer. Ein Neuling auf dem Büchermarkt muß also schon ein paar Besonderheiten bieten, damit man ihn für erstehenswert hält. Der „Reiseführer Italien“, den der Verlag Kümmerly + Frey bis zum Frühling 1986 vollständig in fünf Bänden vorlegen will, wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich verlockend. Die Aufmachung ist langweilig, das Schriftbild zum Teil winzig, und obendrein handelt es sich um die Übersetzung eines in Italien selber längst etablierten Produkts, der „Guida Rapida d’Italia“ des Touring Club Italiano.

Die deutsche Version hat dennoch ihre Berechtigung, sie gründet sich vor allem auf Vorzüge praktischer Art. Durch die Aufteilung in mehrere jeweils knapp dreihundert Seiten dicke Paperbacks kann man den Guide durch die Apenninenhalbinsel nach Belieben dosieren, kann sich auf die Auswahl jener Gebiete beschränken, die man besuchen möchte. Die Bände zwei und drei liegen bereits seit 1985 vor: der eine über die Regionen Trentino-Südtirol, Friaul, Venetien und Emilia-Romagna, der andere über die mittelitalienischen Regionen Toskana, Umbrien und Marken (Preis: jeweils 29,80 Mark). Den Kern der Bände bilden die alphabetisch gegliederten Ortsbeschreibungen mit ihren teilweise auf Zeichen verkürzten Angaben zur touristischen Infrastruktur, zu Hotels und Küche, zu Souvenirs und Sehenswürdigkeiten. Sehr hilfreich sind die Stadtplänchen, die oft auch kleinen Zentren mit knapp 10 000 Einwohner beigegeben sind. Außerdem findet der Urlauber Hinweise auf Festivals und Folklore, auf lohnende Ausflugsziele und auf typische Stadtpanoramen. Brauchbar sind auch der Kartenteil am Beginn jeden Buchs sowie die ebenfalls mit kleinen Karten gekennzeichneten Vorschläge für Rundfahrten durch spezielle Gebiete.

Auf Knappstein Raum findet man eine Fülle von Informationen – und wer zusätzliche Orientierungshilfen braucht, der kann vom Verlag auch noch die Straßenkarte zum Reiseführer erstehen, eine Ausgabe in 15 Einzelblättern, nach Regionen gegliedert, zum Stückpreis von 12,80 Mark. Halbwegs preiswert indessen kommt der Käufer nur dann weg, wenn er sich mit einzelnen Karten oder Büchern begnügt. Möchte er das Gesamtwerk sein eigen nennen, so muß er für die Buchsammlung insgesamt 149 Mark, mit Karten-Kollektion (192 Mark) sogar stolze 341 Mark auf den Ladentisch blättern. iso