Das Mietwagenunternehmen Avis will noch in diesem Jahr an einigen deutschen Verleihstationen, in erster Linie auf den großen Flughäfen, neue Computer aufstellen, die das Anmieten oder die Rückgabe der Autos schneller machen. Diese neuartigen Terminals, „Rapid Rental“ und „Rapid Return“ genannt, werden vom Kunden selber bedient. Bisher haben ausschließlich Avis-Mitarbeiter an den Mietcomputern gewerkt. Die Neuerung wird langfristig Personal einsparen, soll aber wegen der Zeitersparnis auch den Mietern einen Vorteil bringen.

In den Genuß dieses Vorteils kommen allerdings nur jene Klienten, die im Besitz einer Avis-Kundenkarte sind. Dieser Kreis kann schon heute beim Eintreffen an der Vermietstation seinen fix und fertig vorbereiteten Mietvertrag in Empfang nehmen, ohne selbsttätig am Automaten zu wirken – es genügt, telephonisch zu buchen und dabei die Kartennummer zu nennen.

Zu Wartezeiten kommt es allerdings bisweilen, wenn viele Kunden gleichzeitig ein Auto abholen wollen oder wenn komplizierte Mietvorgänge den Ablauf hemmen. In diesen Fällen soll der eilige Reisende künftig eigenhändig sein Auto herausfinden: Er steckt die – leicht erhältliche – Kundenkarte in den Computer. Dieser zeigt auf seinem Bildschirm die Reservierung an und bietet vier Wagen der bestellten Preiskategorie zur Auswahl an. Der Kunde sucht sich sein Auto aus, der Computer nennt den Standplatz des Wagens, in dem der Wagenschlüssel steckt. Bei der Ausfahrt vom Parkplatz muß der Automieter seinen Führerschein und die Mietunterlagen vorzeigen.

Wesentlich geringer ist der Vorteil für den Reisenden bei „Rapid Return“, der Wagenrückgabe. Hier muß statt des Avis-Mitarbeiters der Kunde die Vertragsnummer, die Kilometerzahl und den Treibstoffverbrauch eintragen. Eilige konnten aber schon bisher den Fahrzeugschlüssel einfach in den Briefkasten der Autovermietung werfen und sich dann die Rechnung zusenden lassen – dies wird weiterhin möglich sein. Hier hat also Avis den Vorteil. In den USA-, wo die „Rapid“-Systeme schon seit einigen Monaten genutzt werden, gibt bereits jeder fünfte Kunde seinen Wagen auf diese Weise zurück.

Joseph Vittoria, Präsident von Avis, kündigte in Frankfurt weitergehende Schritte in die Computerzukunft an: einen Anschluß seiner Mietauto-Terminals an private Heimcomputer und eine Erweiterung des Avis-Angebots auf Hotelreservierungen. Auto und Zimmer sollten in einigen Jahren aus demselben Avis-Terminal kommen, ein Plan, der die Reisebüros gewiß nicht erfreut, weil sie so der Hotelprovisionen für Reservierungen verlustig gehen.

Noch ferner in die Zukunft reicht der Plan, alle Wagen des Unternehmens mit kleinen Computereinheiten auszurüsten. Der Fahrer steckt dann lediglich seine Avis-Karte in den Bordcomputer, erhält automatisch einen Mietvertrag und einen elektronischen Zündschlüssel. K. V.