ZEIT: Die Bundesregierung hat jüngst moniert, daß den Kunden der Lebensversicherer die Übersicht fehlt. Hat Ihr Amt nicht richtig aufgepaßt?

Angerer: Wir sind seit Jahren bestrebt, die Transparenz zu verbessern, und wir glauben, daß ein relativ hoher Stand erreicht ist. Zwar unterscheiden sich die Beiträge der einzelnen Gesellschaften kaum voneinander. Die Unterschiede ergeben sich aber durch die Überschußbeteiligung. Wir haben es zugelassen, daß die Unternehmen Beispielrechnungen entwickeln können, die eine Hochrechnung der derzeitigen Überschußlage auf die nächsten zehn, zwanzig oder dreißig Jahre ergeben. Diese Hochrechnungen gehen zwar von den gegenwärtigen Verhältnissen aus, die sich in der Zukunft ändern können, zeigen aber doch deutliche Unterschiede. Insofern hat der Kunde schon die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Unternehmen auszuwählen.

ZEIT: Aber diese Rechnungen sind doch völlig unverbindlich. Die Höhe der effektiven Gewinnbeteiligung stellt sich erst nach Ablauf der Police heraus. Ist das nicht etwas spät?

Angerer: Die Gesamtleistung, das ist richtig, stellt sich erst nach Ablauf der Versicherungszeit heraus. Aber die Überschußbeteiligung erfolgt ja jährlich, und der Kunde bekommt mindestens alle drei Jahre einen Kontoauszug, aus dem er genau ersehen kann, wie er bisher am Überschuß beteiligt worden ist.

ZEIT: Woher wissen die Versicherten denn, ob sie auch angemessen beteiligt worden sind?

Angerer: Daß der Überschuß geschäftsplanmäßig verteilt wird, darüber wachen wir. Wir haben die sogenannte Rückgewährquote, die ein Mindestmaßstab dafür ist, was an Überschüssen an die Versicherten ausgeschüttet werden muß.

ZEIT: Aber diese Quote wird nicht öffentlich gemacht...