Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) und ihre Partner haben schnell reagiert auf die – auch durch die Dollarschwäche verursachte – Situation auf dem US-Markt.

Vier Sofortmaßnahmen sind bereits eingeleitet worden: eine Anzeigenkampagne, eine Serie von Rundfunkspots, Fernsehwerbung und ein „big lift“ von Reisebüroagenten nach Deutschland. Alle diese Maßnahmen sollen in zwei Monaten abgeschlossen sein, um noch auf die „Entscheidungsphase“ für die Sommerreise einzuwirken.

Die Anzeigenkampagne – jeweils halbe Seiten in den Zeitungen von New York, Chicago und Los Angeles – betont das Märchenmotiv, mit dem Deutschland derzeit im Ausland wirbt. Im Text wird in einem Rechenexempel gezeigt, wie preiswert man Urlaub machen kann – so wird die Dollarschwäche konterkariert. Auf das Terror-Thema gehen die Anzeigen nicht ein. An der Aktion beteiligen sich auch die Lufthansa, die Bundesbahn und die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG.

Die Rundfunkwerbung für Deutschland soll über mehr als 2000 regionale Radiostationen in allen Teilen der USA gesendet werden. Rund 400 000 Mark stehen dem DZT-Direktor in New York, Jochen Martin, zur Verfügung.

Wenn irgend möglich, soll aus diesem Topf auch noch eine Fernsehwerbung über lokale Sender in den US-Ballungsgebieten bezahlt werden. Das ist eine Premiere, bislang hat Deutschland auf TV-Werbung verzichtet.

In der nächsten Woche sollen mit der Lufthansa rund 80 Reisebürospezialisten aus den wichtigsten US-Zentren ins „romantic Germany“ geflogen werden. Sie kommen in kleinen Gruppen und sollen in Deutschland auch von der Sicherheit hierzulande überzeugt werden.

Die DZT betrachtet diese Anstrengung als eine Vorsorgemaßnahme. „Noch haben wir nur sehr widersprüchliche Daten über das Verhalten der amerikanischen Deutschland-Touristen“, erklärte Martin, „bei den Gruppen-Reisenden sind Minuszahlen sehr wahrscheinlich. Aber wir wissen noch nicht, wie sich die Individualreisenden entscheiden.“ Diese Einzelreisenden sind auch die Zielgruppe der Werbeanstrengungen – denn zwei Drittel aller US-Touristen hierzulande reisen individuell.

K. V.