Am deutschen Aktienmarkt ist der Knoten geplatzt. Nach einer mehrwöchigen Konsolidierungsphase bewegen sich die Kurse der meisten Standardaktien wieder nach oben. Diesmal jedoch ohne Hektik, was darauf schließen läßt, daß die Kaufaufträge überwiegend von professionellen Anlegern kommen. Das gilt sowohl für Inländer als auch für Ausländer.

Zu den neuen Anlageschwerpunkten gehörten in den letzten Tagen die Aktien der Großchemie, die neue historische Höchstkurse erreichen konnten. Die Käufer dieser Papiere sind überzeugt davon, daß der gesunkene Dollar die Ertragslage der Unternehmen viel weniger beeinträchtigen wird, als zunächst befürchtet worden war. Auf der Plusseite steht der gesunkene Ölpreis, aber auch die Möglichkeit, verstärkt aus dem Dollarraum heraus zu exportieren. Jetzt zahlen sich die Produktionsstätten in den USA aus.

Lebhafte Umsätze zu steigenden Kursen gab es ferner in den sogenannten Finanztiteln, vornehmlich in den Bankaktien, die an der allgemeinen Kurserholung nur unterdurchschnittlich teilgenommen hatten. Auch nach den jüngsten Kurssteigerungen werden in den Aktien der deutschen Großbanken noch Kursreserven vermutet. Dies besonders vor dem Hintergrund der weltweiten Zinssenkungsrunde, auch wenn sie zunächst die Zinsmarge der Kreditinstitute etwas in Mitleidenschaft ziehen wird. Das könnte sich aber durch eine Belebung des Kreditgeschäftes ausgleichen. K. W.