Ein in den USA entwickeltes Gerät mindert die Todesgefahr durch Herzversagen auch auf Flugreisen – Herzschrittmacher sind vielleicht bald kein Gesundheitsrisiko mehr im Jet.

Auf dem „Internationalen Kongreß für Flug- und Raumfahrtmedizin“ in Guadalajara in Mexiko zog Lufthansa-Experte Eckhard Straub eine traurige Bilanz: Von 454 Krankheitsfällen, die in der Zeit zwischen 1978 und 1983 an Bord von Lufthansa-Maschinen registriert worden waren, hatten 34 mit dem Tod des Fluggastes geendet, wobei in 23 Fällen als Todesursache Herzversagen festgestellt werden mußte. Eine Wiederbelebung durch die Crewmitglieder oder an Bord befindliche Ärzte war in keinem Fall von Erfolg gekrönt.

Möglicherweise, so berichtete eine in Frankfurt erscheinende Tageszeitung für Ärzte, hätten etliche Fluggäste gerettet werden können, wenn sich an Bord eine „erfolgversprechende Neuentwicklung“ des US-Amerikaners Edward McNeil vom New Yorker Agnes-Hospital befunden hätte. Der Mediziner hatte in einer Testreihe gute Ergebnisse mit einem „Monitot-Denbrillator“ erzielt, den McNeil vor allem in Fällen von „Asystlen“ (Herz schlägt nicht mehr), „elektromechanischer Dissoziation“ (unregelmäßiger Herzschlag) und „schwerer Bradykardie“ (Herz schlägt sehr langsam) eingesetzt hatte.

Die von McNeil untersuchte Apparatur „Heart-Aid“ sei mit ihrem Gewicht von knapp zwölf Kilo auch in der „Ausnahmesituation einer Wiederbelebung unter Flugbedingungen“ gut einsetzbar. „Der medizinische Betreuer“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung für Ärzte, „kann sich nach dem Anlegen der Elektroden der notwendigen intravenösen Medikation und der ventilatorischen Unterstützung mit Sauerstoff widmen.“ Gleichzeitig können bei Auftreten von „ventrikulären Fibrillationen“ (Vibration der Herzkammern) oder „Tachykardien“ (Herzrasen) Gegenschocks gegeben werden, ohne daß die Elektroden ausgetauscht oder besonders präpariert werden müßten.

Auf derselben Konferenz räumte Peter Frank vom „Deutschen Luftwaffeninstitut für Raumfahrtmedizin“ das Vorurteil aus, Menschen mit Herzschrittmachern seien auf Flugreisen besonders gefährdet. Eine Testreihe, in der die Herzschrittmacher Veränderungen bei normaler Flughöhe und plötzlicher Dekompression untersucht wurden, habe gezeigt, daß implantierte Herzschrittmacher kein Gesundheitsrisiko für Flugreisende darstellten. Nur bei einem der künstlichen Herzanreger seien unbedeutende Unregelmäßigkeiten registriert worden. vb.