Die Neue Heimat kämpft ums Überleben. Wie ernst es um den größten Wohnungsbaukonzern in Europa steht, zeigt der Entschluß, sämtliche ihm noch gehörenden Sozialwohnungen in Nordrhein-Westfalen zu verkaufen. Diese Entscheidung kommt einer Liquidation der Düsseldorfer Tochtergesellschaft nahe, die für die Verwaltung der 37 000 Wohnungen zuständig ist. Nur diese schmerzhafte Teilamputation, von der fast fünfzehn Prozent der Wohnungen der Neuen Heimat betroffen sind, kann offenbar den drohenden Konkurs abwenden.

Es zeichnet sich jetzt schon ab, daß andere Regionalgesellschaften des Gewerkschaftskonzerns dem Düsseldorfer Beispiel folgen werden. Weil der Deutsche Gewerkschaftsbund und die einzelnen Gewerkschaften sich hartnäckig weigern, ihrer todkranken Firma zu helfen, bleibt dem hochverschuldeten Unternehmen gar keine andere Wahl. Wenn die Neue Heimat die Pleite verhindern will, braucht sie Gewinne und die Erlöse aus den Wohnungsverkäufen.

Gegen den Massenverkauf von Sozialwohnungen ist unter zwei Voraussetzungen nichts einzuwenden: Erstens muß die Sozialbindung der Wohnungen erhalten bleiben, zweitens dürfen dem Staat gehörende Firmen für die Wohnungen keine Preise zahlen, die über dem Marktniveau liegen. Denn eine Rettung der Neuen Heimat auf Kosten der Steuerzahler verbietet sich, solange die Eigentümer zahlungsfähig sind. Und daran kann es beim DGB und den Gewerkschaften keinen Zweifel geben. (Siehe auch Seite 39.) Chr