Von Hanns-Hermann Kersten

Hier wird nicht schon wieder eine neue Kabarettgeschichte geliefert, so der Anthologist Hoche in der Einführung zu seinem Paperback –

„Die Lage war noch nie so ernst – Eine Geschichte der Bundesrepublik“, repräsentiert von Karl Hoche; Athenäum Verlag, Königstein; 251 S., 19,80 DM.

Hoches Satire-Reader ist am ehesten vergleichbar mit dem von Budzinski. Der freilich gliederte – nach ihm genehmen Autoren und Ensembles – je linker, desto besser –

Klaus Budzinski: „Pfeffer ins Getriebe – So ist und wurde das Kabarett“; Universitas Verlag, München; 319 S., 48,– DM.

Als Scharfrichter rief Budzinski 1982 die Akteure eines ganzen Kabarett-Jahrhunderts (1880 bis 1980) aufs Blutgerüst, und wer statt „künstlerischer Ausdruckswut“ bloß das Geld im Kopf hatte, wurde diesen Kopf augenblicklich los. Der Autor konferierte und guillotinierte ohne Rücksicht auf Fehlurteile. Der Anlaß zu dieser Massenhinrichtung: Die Gründung von Wolzogens Berliner „Bunter Bühne“ („Überbrettl“) um 1901. Zum Taschenbuch verbilligt, brät Budzinski seinen Stoff inzwischen nochmals auf –

Klaus Budzinski: „Das Kabarett – 100 Jahre literarisch/zeitkritisch/gesprochen/gespielt“; Hermes Handlexikon, CETB, 100 37; Econ Taschenbuch Verlag, Düsseldorf, 1985; 287 S., 19,80 DM.