Hellmuth Buddenberg ist vielleicht nicht mehr der Größte, aber er ist wieder der Schnellste. Weit vor der Konkurrenz hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP die Ergebnisse des vergangenen Jahres bekanntgemacht. Grund für die Eile waren die Zahlen: Erstmals seit sechs Jahren hat BP wieder Gewinn gemacht, 35 Millionen Mark.

Ein bescheidenes Resultat, gemessen am Umsatz von 22 Milliarden Mark und am Gewinn des Konkurrenten Mobil Oil, der nur halb soviel Umsatz machte, aber mit 390 Millionen Mark gut elfmal soviel verdiente wie BP.

Bescheiden wie der Gewinn war auch Buddenbergs Aktion, die erfreuliche Nachricht unter die Leute zu bringen. Schwärmten früher sämtliche Vorstandsmitglieder aus, um in den wichtigsten deutschen Großstädten gleichzeitig auf Pressekonferenzen über BP zu informiebei einer DIN-A4-Seite bewerteten, die er nur an wenige Journalisten verschicken ließ.

Diese für den schneidigen Buddenberg völlig untypische Zurückhaltung weiten einige Konkurrenten als Feigheit vor dem Feind. Sie vermuten, daß Buddenberg nicht mit unangenehmen Fragen behelligt werden wollte. Vielleicht wollte er auch nur nicht erklären müssen, warum der Benzinpreis nun doch unter eine Mark gesunken ist. Denn Mitte Februar hatte Buddenberg noch behauptet, dies könne gar nicht passieren.

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Nicht genügend Selbständigkeit und Freiräume unter dem Vorstandschef Eberhard von Kuenheim – das sind offenbar die Hauptgründe für den Vertriebschef der Bayerischen Motoren Werke (BMW), Eberhard von Koerber, das Unternehmen sehr plötzlich zu verlassen. Der BMW-Vorstandsvorsitzende regierte seinem obersten Vertriebsmann des öfteren ungeniert hinein und ließ ihn auch formal nicht hochkommen.

Auf seiner Sitzung am 20. Januar dieses Jahres unterließ es der Aufsichtsrat, von Koerber zum ordentlichen Vorstandsmitglied zu ernennen – nach beinahe zwei Jahren als stellvertretender Vorstand so gut wie ein Schlag ins Gesicht. Betrieben haben sollen diesen Nicht-Entscheid außer dem BMW-Vorstandschef auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Gesamtbetriebsratsboß Kurt Golda.