Von Hanns-Hermann Kersten

Man möchte den brillant heulenden (Charlie Rivel!) und an ihrem gedruckten Geheul brillant verdienenden Satirikern sein Taschentuch leihen, so gebrochen kommen sie daher: die Top-Satiriker

Robert Gernhardt: „Letzte Ölung – Ausgesuchte Satiren 1962-1984“; Haffmanns Verlag, Zürich; 450 S., 38,– DM.

und – herzzerbrechend bei seiner Boxer-Statur –

Werner Schneyder: „Wut und Liebe – Gesammelte Ansichten, mit Illustrationen von Luis Murschetz“; Kindler Verlag, München, 1985; 255 S., 24,80 DM.

Beide Gesellschafts-Dompteure bestätigen aufs schönste meine Uralt-Einsicht: „Der Satiriker mokiert sich über die Realität, aber die Realität schlägt zurück: sie ist die Satire auf die Satire.“

Nun beginnen die beiden Satiriker, jeweils im letzten Kapitel ihrer Bücher, darüber nachzudenken, was sie da eigentlich tun, wenn sie ihre Gedanken aufs Papier oder, gesinnungstingelnd, durchs Kabarett-Mikro würgen. Sie denken nach. Man denke!