Hörenswert

Ralph Towner, Gary Burton: "Slide Show". Es ist, als seien die beiden Jazzmusiker seit eh und je ein Duo: diese unerhört feine Übereinstimmung, diese kunstvollen Verflechtungen, diese Genauigkeit im Spiel und im Ausdruck. Zwei Musiker, eine Musik – schwer zu glauben, daß sie seit elf Jahren nicht mehr zu zweit musiziert hatten. Wer sie kennt, weiß, daß sie niemals lärmen, daß der Jazz bei ihnen nicht gewittert, daß er – wenn man beim Wetter bleibt – eher in Herbstnebelschwaden aufwallt und dann und wann, natürlich, die Sonne durchläßt. Trotzdem drücken sich die, beiden Musiker bei ihrer thematischen Arbeit meistens konkret aus. Wenn der Gitarrist Towner sein Spiel bisweilen verschwimmen läßt, reißt ihn der Vibraphonist Burton mit seinen deutlicher artikulierten Klängen zurück. Auf der zweiten Plattenseite läßt uns das Duo wissen, daß es nicht nur verträumt dahinzuphilosophieren liebt, sondern auch fröhlich sein kann, besonders beim "Donkey Jamboree" und beim "Continental Breakfast". Die Zwei machen "schöne" Musik; und die erklärt sich am unbefangensten dann, wenn der Rhythmus sie zur Präzisierung ihrer Einfälle zwingt. (ECM 1306) Manfred Sack