Viele Dörfer und Städte entlang der Donau verzeichnen Zuwächse im Fremdenverkehr. Alle fünf Staaten am Strom versuchen daher, ihr touristisches Wasser-Ferienangebot noch attraktiver zu machen.

Alle zwei Jahre treten die fünf Donauländer Deutschland, Österreich, Ungarn, Deutschland, und Bulgarien gemeinsam auf den Plan: Ihre nunmehr dritte Tourismusmesse, die „Donaubörse“, steht für diesen Herbst in Budapest auf dem Programm.

Organisiert wird die Veranstaltung (9. bis 14. Oktober), zu der rund 60 Anbieter und über 120 Einkäufer erwartet werden, von der staatsübergreifenden Werbegemeinschaft „Die Donauländer“, die das Flußgebiet zwischen Donaueschingen und Ulm vermarktet. In diesem Jahr hat die Gemeinschaft Positives zu berichten: Sieht man von einzelnen Orten ab, so haben alle fünf Länderabschnitte an der Donau im vergangenen Jahr mehr Gäste registriert In Deutschland gehören Ulm mit 143 736 gezählten (1984: 136 700) Übernachtungen und Passau mit rund 280 000 geschätzten (1984: 252 733 Nächtigungen) zu den Gewinnern. Andere Orte freiden – zum Beispiel Dillingen, Neuburg oder Ingolstadt – mußten starke Einbußen hinnehmen.

In Österreich ist selbstverständlich die Metropole Wien mit 5,5 Millionen Übernachtungen im Jahr 1985 der Renner des Donauraums gewesen. Aber auch sonst zog es viele Besucher an die Gestade des Stroms: Fast noch einmal fünf Millionen Übernachtungen wurden im übrigen Gebiet gezählt – berücksichtigt werden in der alpenrepublikanischen Statistik alle Gemeinden, die innerhalb einer 50 Kilometer breiten Zone an der Donau liegen.

Ungarn und Bulgarien haben keine Zahlen über den Tourismus im Flußgebiet gemeldet, lediglich Jugoslawien berichtet von starken Zuwächsen im Vergleich zum Jahr 1984, 27 Prozent sollen es bei den Übernachtungen gewesen sein. Die Zahl der ausländischen Schiffspassa-Zahl die 1985 im Hafen von Belgrad an Land gingen, war nach Beigaben der Werbegemeinschaft gar fast 40 Prozent höher als im Jahr zuvor.

Überhaupt hat sich, so die Donau-Werbegemeinschaft, der Ausflugs- und Kreuzfahrttourismus zu einem „nahezu krisensicheren Geeinem entwickelt. In allen fünf Staaten werden zur Zeit neue Schiffe gebaut. Noch im März beispielsweise wird die Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft (DDSG) ein Hovercraftboot für Tagestouren von Wien nach Budapest auf Jungfernfahrt schicken; zwei weitere Kabinenschiffe für jeweils 260 Passagiere sind ebenfalls geplant.

Auch Ungarn liegt gut im Geschäft, in Budapest legten im vergangenen Jahr 145 sowjetische, 141 tschechoslowakische, 57 bulgarische, 44 rumänische, 27 deutsche und 17 österreichische Passagierschiffe an. Die ungarische Hauptstadt will in diesem Sommer ihren Gästen erstmals auch eine Stadtspazierfahrt auf dem Wasser offerieren, Musik und Spezialitätenmenüs gehören dazu.