Er gerät uns so leicht aus dem Gedächtnis. Nicht weil er ein Esoteriker oder Hermetiker ist, sondern weil er sich mit dem Unermeßlichen befaßt und letzten Dingen, was noch der Liebhaber von Gedichten gerne verdrängt und immer ruft: wozu, es ist heller Tag!

Wenn der Abend hereinbrach und vielleicht nicht nur für das einzelne Wesen, sondern gleich für den gesamten Ascheplaneten, so greifen wir nach allen möglichen leichteren Halmen und er ist uns wieder aus dem Gedächtnis, obgleich seine Texte schön und haltbar sind wie nicht viele. Das ganze Gerede von Hermetik, das seinen Gebilden so früh angehängt wurde, sei es aus Furcht, Faulheit oder auch Dummheit, was für ein Unsinn, es hält ja nicht Stand wenn wir lesen und lesen wollen.

Seine Gedichte, die natürlich das Gegenteil von Lebenshilfe sind, eher Mutproben, gehen wie schwarze Choräle eines, der versuchte an das Unbekannte zu denken, uns durch den Leib. Wir gelangen weiter in ihnen, indem wir ohne Eitelkeiten beginnen und es bedarf schon einer gewissen Demut sich einzulassen. Jede Attitüde ist fehl am Platz. Die nüchternen Gehirne sind fehl am Platz. Staunendes Verwundern wäre die rechte Haltung, aber ein gefaßtes, denn wenn er den Grund auslotet, so ist „Grund“ kein poetisches Wort, sondern wird genau untersucht, Schicht um Schicht wie er aus ehemals Lebendigem besteht. Bis an die Grenze des Begriffs müssen wir mit ihm gehn, wo abgeschlagen werden die Häupter des Grases. Wie als Aas der Sonne und der übrigen Gewalten mußt du dich begreifen, wenn du denkst an „ewig“, sagt er und daß wir schwarze Schafe im Finsternen hüten auf unserem Stern.

Daß er so leicht aus dem Gedächtnis gerät, liegt an uns, die wir nicht aufhören können, an irgendeines Kaisers neue Kleider zu glauben. Der mit dem strengen Namen, der uns aber auch anlächelt aus seinem Löwenkopf, bedarf der Erinnerung. Mich muß man erinnern, ich muß Andere erinnern. Auch die, die Erfahrung mit seinen Gedichten haben. Einen geringen Trost vermag er ja auch zu vergeben. „Am Ende sagt von Zweien der Eine noch: ich hab’ dich eingelebt in die Verlassenheit.“