Der Kultusminister teilt mit: Im Juni werden der Circus Roncalli und das Schauspielhaus Bochum, die Handballmannschaft des VfL Gummersbach, Ausstellungen zu Werken von Heinrich Böll sowie Robert und Clara Schumann, eine sportliche Leistungsschau und eine Vorführung des Films „Das Cabinett des Dr. Caligari“ nebst Ausstellungen nordrheinwestfälischer Museen die kulturelle Seite Nordrhein-Westfalens in Moskau darstellen.

Presseinformation des Kultusministers des Landes Nordrhein-Westfalen

Rotzfreche Asphaltkultur

Wer kennt sie nicht: Im hektischen Getümmel der Fußgängerzonen unserer Großstädte sind Straßenmusiker, Jongleure, Pantomimen, Pflastermaler ein gewohntes Bild. Die zumeist unüberhörbaren Wellenbrecher im monotonen Einkaufsrausch aus Muzak und Absatzgeklapper trafen sich vom 13. bis 15. März im Kölner Bürgerzentrum Alte Feuerwache zum halbjährlichen Erfahrungsaustausch vor Beginn der „Saison“. „Rotzfreche Asphaltkultur“ (RAK) heißt der seit acht Jahren bestehende bundesweite Zusammenschluß der knapp 100 Hauseinfahrt- und Straßeneckenkünstler.

„Wir wollen den Konsumrausch der Leute durchbrechen, indem wir sie durch unsere Kunst zum Nachdenken, zum Anregen ihrer Phantasie bringen“, erläuterte ein Mitorganisator des RAK-Treffens und Mitglied der zehnköpfigen Gruppe „Kölner Straßenmusiker“ die durchaus politische Intention. Daß die RAKies so manchen Strauß mit Ordnungsbehörden, Polizei und um den Umsatz fürchtenden Geschäftsführern auszufechten haben, versteht sich.

Von Stadt zu Stadt verschieden sind für die Open-air-Künstler die „Auftrittsbedingungen“: In München ist vor den ersten Ton, die erste Szene die Genehmigung des städtischen Ordnungsamtes gesetzt. In Hamburg neigen die Behörden „zu einer Sperrzonenmentalität“, so ein hanseatischer RAKie. Stuttgart gilt als das „lockerste Pflaster“, und unter ganz besonderen Bestimmungen einer jüngst vom Stadtrat abgesegneten „Straßenverordnung“ steht der Auftritt in der Kölner Innenstadt. Alle 20 Minuten Ortswechsel, mindestens 300 Meter vom ersten Auftrittseck entfernt, so das Gebot der domstädtischen Ordnungshüter.

Daß das oft magere Ergebnis mehrstündiger Arbeit der Studenten, Nebenbeiverdiener und Vollprofis (in der Regel 30 bis 50 Mark nach vier bis fünf Stunden) sich unter Umständen auch vervielfachen kann, zeigt das Beispiel des Kölners „Klaus der Geiger“. Schauspielintendant Klaus Pierwoß war von dem Fiedler so angetan, daß er ihn spontan für Sobols „Ghetto“ engagierte. Das Nasenrümpfen einiger Premierenbesucher soll nicht zu überhören gewesen sein ...