Der Mann, der Joschka Fischers Ministerbüro leitet: ein Großbürger im Grünen

Von Klaus Pokatzky

Leise tröpfelt das Biotop. Das Becken mit den drei Goldfischen, den über und unter Wasser wuchernden Grünpflanzen steht in der Mitte des engen Raumes, der Tom Koenigs als Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer dient. Bücherregale bis unter die Decke. Ein kleiner Schreibtisch mit einer alten Schreibmaschine. Und vor dem Durchbruch zum Badezimmer mit seiner antiken Badewanne groß und mächtig und prächtig das hölzerne Hochbett, das der Hausherr vor Jahren gebaut hat.

Alles sehr wohngemeinschaftsmäßig im Hause von Tom Koenigs, dem Leiter des Ministerbüros des hessischen Umweltministers Joschka Fischer. Über dem Biotop, direkt unter der Zimmerdecke, hängt breit und ausladend die Palme, die "fast so alt ist wie ich", wie Tom Koenigs erzählt. Er hat sie vor zwei Jahren, zu seinem 40. Geburtstag, geschenkt bekommen.

Das waren noch Zeiten, damals. Neben dem heutigen Staatssekretär Karl Kerschgens – Joschka Fischer immer im Hintergrund – stritt Tom Koenigs mit den Sozialdemokraten um das Regierungsbündnis. Die "graue Eminenz" der Grünen nannten manche den Haushaltsexperten, der für einen größeren Umweltetat kämpfte und um "Staatsknete" für alternative Betriebe rang. Unter dem Strich recht erfolgreich.

Alles, was Joschka Fischer, der erste grüne Minister der Bundesrepublik, auf den Schreibtisch bekommt, passiert zuerst den Tisch von Tom Koenigs. An der "politischen Schalt- und Nahtstelle" sitzt er vorerst noch als Verwaltungsangestellter, mit der Verbeamtung dürfte es noch ein halbes Jahr dauern. Dann aber wird Tom Koenigs den Titel eines Leitenden Ministerialrats tragen dürfen.

Unter Erwartungsdruck